Im Westsachsen-Derby platzt der Knoten: Aue vertreibt gegen Zwickau die Krisenwolken
Der FC Erzgebirge Aue kann doch noch gewinnen. Nach vier Niederlagen in Folge beendeten die Veilchen ihre Durststrecke am Samstagnachmittag mit einem verdienten Sieg im Westsachsen-Derby gegen den FSV Zwickau.

Intensives Derby zwischen Zwickau und Aue. IMAGO/Kruczynski
Vier Pflichtspielniederlagen in Folge hatten die Stimmung beim FC Erzgebirge Aue zuletzt auf den Tiefpunkt sinken lassen. Entsprechend groß war der Druck, der am Samstagnachmittag auf den Schultern von Khvicha Shubitidze und seiner Mannschaft lastete. Im Westsachsen-Derby gegen den FSV Zwickau zählte für die Veilchen eigentlich nur ein Sieg, um in diesem bislang rabenschwarzen Oktober doch noch für einen Stimmungsaufheller zu sorgen.
Eines Derbys angemessen, legten beide Teams von Beginn an die Grundtugenden in Form von Wille und Leidenschaft an den Tag, ohne jedoch blind ins offene Messer zu laufen. Zwickau hatte zunächst mehr vom Ball, wusste damit aber wenig anzufangen. Aue hingegen verteidigte aus einem kompakten Mittelfeldpressing heraus und setzte mit schnellen Umschaltaktionen immer wieder Nadelstiche. Echte Hochkaräter bekamen die Zuschauer in der natürlich ausverkauften GGZ-Arena zunächst jedoch nicht zu sehen.
Loune trifft aus dem Getümmel
Das änderte sich nach rund einer halben Stunde. Kokovas zog einen Freistoß nahe der rechten Eckfahne flach auf den ersten Pfosten, wo die Kugel aus dem Getümmel vor dem Tor heraus dem völlig freistehenden Loune vor die Füße sprang. Der zögerte nicht lange und jagte den Ball aus sechs Metern ins Tor (33.). Danach hatte Aue alles im Griff und ließ die harmlosen Hausherren nicht zur Entfaltung kommen. Zwickau fehlte es an Präzision und Kreativität, um den gut sortierten Gäste-Abwehrblock zu knacken. Somit blieb es zur Pause bei der verdienten 1:0-Führung für die Veilchen.
Auch nach der Pause änderte sich zunächst nichts an der Statik der Partie: Zwickau war eigentlich gut im Spiel und schmiss sich in jeden Zweikampf. Doch im letzten Drittel wollte den Hausherren nach wie vor nichts Zählbares gelingen.
FSV im Alu-Glück
Auf der Gegenseite hatte der FCE-Fanblock nach knapp einer Stunde den Torschrei auf den Lippen: Skarlatidis brachte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld an den ersten Pfosten, wo Harant den Fuß hinhielt und die Kugel beinahe unfreiwillig in Richtung des eigenen Tores lenkte. Der Querbalken verhinderte das 2:0 (60.).
Die Partie nahm nun Fahrt auf. In der 66. Minute ließ der eingewechselte Angleberger nach schöner Vorarbeit von Skarlatidis frei vor Hiemann die nächste Großchance zum 2:0 liegen. Kurz darauf brannte es auf der Gegenseite: Queißer klärte auf der Linie und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich (71.).
Heidrich macht alles klar
Es ging nun hin und her. Zwickau witterte seine Chance, lief kurz darauf jedoch in einen folgenschweren Konter. Bär wurde in die Tiefe geschickt und behielt anschließend den Überblick: Der FCE-Stürmer bediente den mitgelaufenen Heidrich, der Hiemann mit einem platzierten Schuss ins rechte obere Eck keine Chance ließ (72.).
Der Treffer fiel zum bestmöglichen Zeitpunkt, hatte der FSV doch zuvor seine beste Phase des Spiels erlebt. Mit dem vorentscheidenden zweiten Treffer wurde diese Druckphase jedoch im Keim erstickt. In der Folge kam von den Hausherren nicht mehr viel. Stattdessen machte es der FCE in der Nachspielzeit sogar noch richtig deutlich. Wieder leitete Bär den Angriff ein, Heidrich spielte den Ball von der rechten Seite flach auf den zweiten Pfosten, wo Loubongo die Kugel direkt vor dem eigenen Fanblock zum viel umjubelten 3:0-Endstand über die Linie grätschte (90.+3).
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