Während Hymne: Etwas störte Israelis beim Nati-Spiel besonders

Darum gehts
- Die Schweizer Frauen-Nati trifft im WM-Playoff auf Österreich, nachdem sie Israel 7:3 und 2:0 besiegt hat.
- Beim Heimspiel in Sion zeigten Protestierende auf der Tribüne Palästina-Fahnen und zündeten Pyros.
- Die israelische Delegation störte sich dem Vernehmen nach insbesondere ab der Palästina-Fahne während der Nationalhymne von Israel.
Der WM-Traum der Schweizer Nati lebt! Nach dem völlig verrückten 7:3-Sieg und 2:0-Erfolg gegen Israel warten Ende November und Anfang Dezember die Österreicherinnen. Die Freude bei den Schweizerinnen ist gross – und sie freuen sich bereits jetzt auf die Partien.
Viola Calligaris meinte etwa auf Frage von 20 Minuten: «Ich bin sehr froh und sehr elreichtert, dass wir die Null halten konnten. Es hat alles sehr gut funktioniert.» Nun warte ein härterer Gegner, «doch der Staff wird uns top vorbereiten.» Torschützin Julia Stierli meinte: «Österreich ist spielerisch sicherlich ein ganz anderes Team. Wir haben gesunden Respekt, aber den benötigen wir auch.»
Partien waren politisch aufgeladen
Während die Nati am Dienstagabend also durchweg positive Schlagzeilen schrieb, sorgten mehrere Protestierende auf den Tribünen in Sion für Wirbel. So waren die Israel-Spiele politisch aufgeladen. In der letzten Woche forderte etwa Ex-Nati-Spielerin Noa Schärz den SFV in einer langen Mail auf, die WM-Playoff-Spiele gegen Israel zu boykottieren. Die Nati-Spielerinnen Coumba Sow und Lourdes Romero likten den Post.
Schweizer Programm WM-Qualifikation
Einen Boykott der Partie gab es zwar nicht, die Nati-Stars setzten dann aber letzten Donnerstag ein Zeichen in der Art einer Schweigeminute, um der Opfer aktueller Konflikte zu gedenken. Israel oder Palästina wurden dabei jedoch nicht erwähnt. Vor dem Heimspiel gegen Israel in Sion kommunizierte der SFV klar: «Wie bei allen Spielen des Nationalteams sind nur die Fahnen der beiden teilnehmenden Teams zugelassen.» Palästinensische Fahnen waren damit im Stadion nicht zugelassen.
«Nicht mit einer Brechstange»
Es ging jedoch nicht lange, da war die erste Fahne zu sehen. Während der Israel-Hymne präsentierte ein Fan eine solche seelenruhig. Gestört wurde er von keinem Security. Mehr noch: Am Ende konnte er sich ungestört wieder an seinen Platz setzen. Kurz darauf wurde eine riesige Palästina-Fahne gezeigt sowie weitere Protest-Flaggen.
Zudem wurden Pyros gezündet – wieder schritt lange Zeit niemand von der Security trotz klarem Verbot ein. Die israelische Delegation störte sich derweil dem Vernehmen nach insbesondere ab der Fahne während der Nationalhymne von Israel.
Aber warum griff so lange Zeit niemand ein? Und wie kamen die Flaggen trotz klarem Verbot überhaupt ins Stadion? Zu letzterer Frage lässt sich sagen: Die Fans wurden gut durchsucht.
Dass man Fahnen aber immer irgendwo verstecken kann, ist auch klar. Dass die Security so lange Zeit brauchte, um einzugreifen, hatte derweil einen Grund. So wollten die privaten Sicherheitskräfte die Aktionen koordiniert beenden und nicht mit der Brechstange.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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