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Friday, September 25, 2026

Kerosin für nur noch 9 Minuten: Ryanair-Maschine musste notlanden

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  • Ein Ryanair-Flug von Pisa nach Prestwick landete am 3. Oktober 2025 notfallmässig in Manchester – mit nur noch 343 Kilogramm Kerosin im Tank.
  • Das entspricht neun Flugminuten und liegt weit unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsicherheitsreserve.
  • Die britische Flugunfalluntersuchungsbehörde AAIB macht ein internes Kommunikationsproblem am Flughafen Prestwick für den gefährlichen Vorfall mitverantwortlich.

«Ein schwerwiegender Zwischenfall», nennt es die Behörde, die den Flug von Pisa nach Prestwick bei Glasgow vom 3. Oktober 2025 untersucht hatte. Als die Boeing 737 von Ryanair ausserordentlich in Manchester landete, hatte sie nur noch 343 Kilogramm Kerosin im Tank.

Damit hätte der Flieger, der 177 Personen an Bord hatte, nur noch neun Minuten weiterfliegen können. Der Reservekraftstoff war damit auch weit unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsicherheitsreserve. Schuld an dem gefährlichen Vorfall seien schlechtes Wetter und eine Entscheidung des Flughafens in Manchester, so der Bericht der britischen Flugunfalluntersuchungsbehörde AAIB.

Windböen hätten zu Absacken führen können

Laut Bericht der AAIB hatte die Besatzung des betroffenen Flugs vor dem Start zusätzlich 11'500 Kilogramm Treibstoff an Bord genommen, um mögliche Verspätungen und Umleitungen zu bewältigen. Doch aufgrund der starken Windböen an diesem Tag wurde der Flug eine regelrechte Odyssee, die fast den gesamten Treibstoff verschlang.

Eigentlich hatte die Maschine den Zielflughafen bereits erreicht. Doch beim Landeversuch wurden die Piloten von einer plötzlichen Änderung der Windrichtung oder -stärke gewarnt. Das Risiko bestand, dass das Flugzeug den Auftrieb verlieren und plötzlich unkontrolliert absacken könnte. Also führten die Piloten ein Ausweichmanöver durch.

Beim zweiten Landeversuch wurde derselbe Alarm ausgelöst. Gemäss den Verfahren der Fluggesellschaft muss ein Flugzeug nach zwei fehlgeschlagenen Anflügen umgeleitet werden. Die Piloten baten die Fluglotsen also, den Flug nach Manchester umzuleiten. Dort herrschten zu dem Zeitpunkt günstigere Wetterbedingungen.

Piloten meldeten Notfall

Doch der Antrag wurde von Manchester abgelehnt. Der Pilot steuerte deshalb Edinburgh an. Doch auch da ertönte die Windwarnung, als die Piloten versuchten zu landen. Zu diesem Zeitpunkt war der Treibstoff auf 2164 Kilogramm gesunken. Die Piloten rechneten aus, dass eine Umleitung nach Manchester zu einer Landung mit nur noch 500 bis 700 Kilogramm Kerosin führen würde.

Der Ryanair-Flug musste erst Edinburgh anfliegen, bevor er nach Manchester umgeleitet wurde.

Der Ryanair-Flug musste erst Edinburgh anfliegen, bevor er nach Manchester umgeleitet wurde.AAIB

Da dies unter dem festgelegten Grenzwert von 1101 Kilogramm lag, meldeten die Piloten einen Notfall. Danach erhielten sie sofort die Freigabe zum Flug nach Manchester. Die Crew befürchtete, dass sie es vielleicht wieder nicht beim ersten Landeanflug schaffen würde. Wäre dies der Fall gewesen, hätte sie noch Treibstoff für drei Minuten gehabt. Glücklicherweise traf die Befürchtung nicht ein und die Maschine landete um 20.51 Uhr sicher.

Kommunikationsproblem am Flughafen Prestwick

Der Bericht sieht den Fehler, der zur prekären Situation geführt hatte, in der Ablehnung des ersten Antrags auf eine Umleitung nach Manchester. Die Ermittler konnten den Grund für die Ablehnung nicht nachvollziehen. Sie werfen dem Flughafen in Manchester ein internes Kommunikationsproblem zwischen der Flughafenkontrolle und der Vorfeldkontrolle vor.

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Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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