Frau stirbt in Sibirien – wie verbreitet ist die Pest heute noch?

- Lokale Medien vermuten nach dem Tod einer 28-jährigen sibirischen Forscherin eine Lungenpest-Infektion.
- Weltweit ist die Krankheit heute selten, aber nicht verschwunden.
- Von 2019 bis 2025 wurden 2646 Fälle bestätigt – fast alle in der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar.
Eine 28-jährige Forscherin eines Anti-Pest-Instituts ist vor ein paar Tagen im sibirischen Irkutsk an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache gestorben. Lokale Medien spekulieren nun über eine mögliche Lungenpest-Infektion. 20 Minuten berichtete:
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Selten, aber besonders gefährlich
Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Meist steckt sich der Mensch über den Stich eines infizierten Flohs an, der zuvor Nagetiere befallen hat. Auch direkter Kontakt mit einem erkrankten oder toten Tier kann zur Ansteckung führen.
Besonders ernst nehmen Behörden den Verdacht auf Lungenpest. Diese seltene Form kann über infektiöse Atemtröpfchen von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Unbehandelt kann sie sich innert kurzer Zeit lebensbedrohlich entwickeln. Mit rasch verabreichten Antibiotika ist die Pest heute jedoch grundsätzlich behandelbar.
Das kannst du tun, um dich nicht anzustecken
Welche Länder sind am stärksten betroffen?
Die WHO zählte von 2019 bis 2025 weltweit 3860 gemeldete Verdachtsfälle. 2646 Fälle wurden als bestätigt gemeldet. Fast 98 Prozent davon entfielen auf die Demokratische Republik Kongo und Madagaskar. China, Indien und die Mongolei meldeten in den vergangenen Jahren ebenfalls vereinzelte Erkrankungen.
Welche Formen der Pest gibt es?
Früher deutlich mehr Fälle
Die Pest hat ihre verheerendsten Spuren im Mittelalter hinterlassen. Der als «Schwarzer Tod» bekannte Ausbruch erreichte Europa 1347 und dauerte bis etwa 1353. Wie viele Menschen starben, lässt sich nicht exakt beziffern: Schätzungen reichen von rund einem Drittel bis zur Hälfte der damaligen europäischen Bevölkerung.
Auch danach kam es immer wieder zu regionalen Epidemien. Besonders bekannt ist die Grosse Pest von London 1665/66, an der schätzungsweise mehr als 100’000 Menschen starben.
Dass die grossen europäischen Pestwellen verschwanden, hat mehrere Gründe: Städte und Häfen führten Quarantänen und andere Schutzmassnahmen ein, die Lebensbedingungen verbesserten sich – und im 20. Jahrhundert machten Antibiotika die Krankheit behandelbar. Vollständig ausgerottet ist die Pest jedoch nicht, weil das Bakterium weiterhin in Wildnagern und ihren Flöhen zirkuliert.
Wie beunruhigt dich, dass die Pest heute noch in einzelnen Regionen vorkommt?
Thomas Sennhauser (ths), arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er begann als Videojournalist und wechselte nach zwei Jahren ins Ressort News wo er über gesellschaftliche Themen und Analysen zu Geschehnissen im Ausland schreibt.
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