Spürte Adam Wolke (36) hier schon, dass etwas nicht stimmt?

Darum gehts
- Adam Wolke (36) starb an einer Hirnblutung durch ein geplatztes Hirnaneurysma.
- In einem Video klagte er Wochen zuvor über Sehstörungen, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen.
- Ob seine Beschwerden Warnsignale waren, ist unklar. Bei plötzlich auftretenden, extrem starken Kopfschmerzen sollte man sofort ins Spital.
Schwarze Flecken vor den Augen, «asoziale Kopfschmerzen» und Nackenverspannungen: In seinem letzten Livestream vor rund vier Wochen erwähnte Adam Wolke gesundheitliche Beschwerden am Vortag (siehe Video oben). Am Sonntag verstarb er im Alter von nur 36 Jahren. Todesursächlich war eine schwere Hirnblutung infolge eines geplatzten Hirnaneurysmas. Manche seiner Fans vermuten, die von ihm beschriebenen Symptome könnten mit der tödlichen Aneurysmaruptur zusammenhängen.
«Ich hab mich gefühlt wie besoffen»
Wolke selbst äussert in dem Clip die Vermutung, dass seine Probleme mit einem rund zwei Wochen zurückliegenden Nachlasertermin zu tun haben könnten. Am Tag zuvor sei er beim Kontrolltermin gewesen. «Ich überlege, ob das damit zusammenhängt, dass ich dort war und danach bei einem Barbershop, wo die Decke ultrahell war.» Sein Auge habe auch getränt. «Die hatten krasshelles Licht.» Danach habe er sich hingelegt. «Ich hab mich gefühlt wie besoffen.» Aber er habe nichts getrunken gehabt. Am nächsten Tag sei es ihm wieder gut gegangen. Nur «megakaputt» sei er. Später erwähnt der 36-Jährige auch, dass sein Nacken «mega verspannt» sei.
Waren das schon Warnsignale?
Nicht zwangsläufig, sagt Christoph Kleinschnitz, Direktor der Neurologie an der Uniklinik Essen, gegenüber N-tv. «Ein Hirnaneurysma, das dabei ist zu platzen, kann in der Tat Vorboten haben.» Doch dabei handele es sich in der Regel um starke, sogenannte Warnkopfschmerzen. Auch Sehstörungen und Doppelbilder können Warnsignale sein. Laut Unispital Zürich (USZ) sind diese und heftige Kopfschmerzen Zeichen dafür, dass ein «Hirnaneurysma an Grösse zunimmt oder sich in seiner Form verändert und dadurch auf benachbarte Hirnstrukturen drückt».
Das USZ weist darauf hin, dass die meisten nicht gerissenen Aneurysmen keinerlei Symptome verursachen. «Was hier beschrieben wurde, kann damit zusammenhängen», sagt der deutsche Mediziner. Aber es seien eben nicht die typischen Warnsignale eines platzenden Hirnaneurysmas.
Wann würdest du bei plötzlichen Kopfschmerzen sofort medizinische Hilfe holen?
Wichtig: Dass diese Symptome auftreten, bedeutet jedoch nicht gleich ein grosses Aneurysma. Die Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Für Gewissheit kann nur eine ärztliche Untersuchung sorgen.
Verschwindende Schmerzen können ein Alarmzeichen sein
Kleinschnitz erklärt weiter, dass bei rund einem Drittel der Betroffenen das Aneurysma erst einmal platze, woraufhin Blut austrete. «Aber durch das Blut verschliesst sich das Aneurysma zunächst erst einmal selber wieder.» Die Patientinnen und Patienten würden dann eine Episode «stärkster Kopfschmerzen» erleben. Diese würden dann mit der Zeit aber wieder abklingen, weswegen viele Menschen nicht zu Arzt oder Ärztin gehen würden. Doch genau das sei wichtig.
«Wenn man stärkste Kopfschmerzen aus heiterem Himmel wie noch nie hat und auch und vor allem wenn sie wieder weggehen, sollte man sofort ins Spital», sagt Kleinschnitz. So könnte man verhindern, «dass die Katastrophe voll eintritt.»
Denn wenn das Aneurysma erneut platze, ergiesse sich extrem viel Blut. Entsprechend schwerwiegend seien dann auch die Symptome. «Es kann zu Nackensteifigkeit, Bewusstlosigkeit und zu epileptischen Anfällen kommen.» Dann – und auch bei weiteren typischen Beschwerden (siehe Box) – sollte «umgehend der Notruf alarmiert werden», betont auch das USZ.
Wie äussert sich ein gerissenes Hirnaneurysma?
Typisch ist ein plötzlich einsetzender, extrem starker Kopfschmerz, der häufig als «stärkster Kopfschmerz des Lebens» beschrieben wird, so das USZ. Wie die Nachrichtenagentur DPA schreibt, beginnt dieser oft am Hinterkopf und Nacken, breitet sich über den ganzen Kopf aus und zieht bis in den Rücken. Weitere Symptome sind:
- Übelkeit und Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Bewusstseinsstörungen
- Verwirrtheit
- Sprachstörungen
- Lähmungserscheinungen
Mehr zu diesem Thema
Platzt ein Aneurysma im Kopf, ist dies lebensbedrohlich: «Etwa 30 Prozent der Betroffenen versterben an der Blutung oder ihren Folgen», hält das Inselspital Bern fest. Doch auch wer überlebt, sei nicht unbedingt gesund: «Weniger als 20 Prozent überleben ohne bleibende Schäden.»
Ob die von Wolke aufgezählten Beschwerden mit seinem Hirnaneurysma zusammenhängen, ist unklar.
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Abonniere den Wissen-Push!
Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Benachrichtigungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus.
Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
