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Friday, October 16, 2026

«Komisches Gefühl»: Wir testen Metas KI-Brille auf der Strasse

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Die Sonnenbrille von Meta AI sieht auf den ersten Blick aus wie jede andere. Doch wer sie trägt, kann damit die Menschen im Tram, im Restaurant oder beim Ausgang filmen – womöglich, ohne dass sie es merken. Bei laufender Aufnahme blinkt lediglich ein kleines Licht am Rand. 20 Minuten macht den Selbstversuch und fragt Menschen auf der Strasse: Wie fühlt es sich an, wenn ein Gespräch mit Smart Glasses aufgenommen wird? Fällt ihnen die Kamera überhaupt auf?

Wie stehst du zu einer Brille, die filmen kann?

Eine Brille, die für viel Kritik sorgt

Als Meta 2023 gemeinsam mit der Sonnenbrillenmarke Ray-Ban seine KI-gestützten Smart Glasses auf den Markt brachte, löste das heftige Kontroversen aus. Wiederholt wurde berichtet, dass die Brillen insbesondere dazu genutzt wurden, Frauen und Mädchen ohne deren Einwilligung zu filmen und die Aufnahmen anschliessend zu verbreiten. Das berichtet etwa der britische Sender BBC.

Mit Smart Glasses kann man Ton und Videos aufnehmen. Und viele teilen ihre Aufnahmen in sozialen Medien. Doch genau das sorgt im Netz für viel Kritik. Im Internet hat sich für die Brille der Begriff «Pervert glasses» (auf Deutsch: Spannerbrille) verbreitet. Viele finden es unheimlich, dass man der Brille die eingebaute Kamera kaum ansieht.

Im Sommer spannte Unternehmerin Kylie Jenner für eine Kooperation mit Meta AI zusammen. Doch auch diese Zusammenarbeit verbesserte das Image der Smart Glasses nicht.

Kylie Jenner erntet für die Zusammenarbeit einiges an Kritik.

Kylie Jenner erntet für die Zusammenarbeit einiges an Kritik.Instagram/kyliejenner

In den Kommentaren gehen die Meinungen auseinander, auch wenn viele kritisch sind. Eine Person findet die Brillen für Menschen mit bestimmten Behinderungen «toll», warnt aber davor, dass manche die Kameras ausnutzen. «Deshalb werden die Brillen auch Spannerbrillen genannt.» Manche fordern schlicht: «Sie sollte verboten werden.»

Gleichzeitig schreibt jemand: «Ich verstehe die Bedenken und teile sie. Trotzdem haben diese Brillen grosse Vorteile, wenn man richtig mit ihnen umgeht.» Eine weitere Person sagt, Meta habe die Marke Ray-Ban für sie ruiniert: «Ich will meine normale Brille kaum noch tragen, weil andere mich sonst für einen Spanner halten könnten.»

Selbsttest: Mit der Meta-Brille durch Zürich

20 Minuten-Redaktorin Yasmina hat den Selbsttest gewagt: Mit der Meta-Brille ging sie in Zürich auf die Strasse. Ziel war es, herauszufinden, wie Menschen reagieren, wenn sie erfahren, dass sie mit der Brille unbemerkt gefilmt wurden. Hier erzählt sie, was sie erlebt hat:

«Als ich die Brille zum ersten Mal aufsetzte, fühlte es sich an, als wären wir in der Zukunft angekommen. Ich kann damit filmen, Musik hören und sie fragen, was ich gerade sehe, zum Beispiel: ‹Hey Meta, was ist das für ein Gebäude?› Ziemlich verrückt.

Viele bemerken zunächst gar nicht, dass in meine Brille eine Kamera eingebaut ist. Als ich sie darauf hinweise, finden es einige unangenehm, wie etwa Vejona (22) und Vanja (20). ‹Es ist ein komisches Gefühl, gefilmt zu werden›, sagen sie mir. Eine Frau im Tram reagiert hässig: Als ich ihr sage, dass ich sie gerade filme, steht sie sofort auf und wechselt wütend den Platz.

Für mich ist es mindestens ebenso seltsam zu wissen, dass ich beim Filmen mein ganzes Umfeld mit aufnehme – auch Menschen, die nichts davon wissen und nicht zugestimmt haben. Die Aufnahmen werden direkt auf meinem Handy gespeichert. Würde ich wollen, könnte ich zudem alles direkt live auf Instagram streamen.

Einen wirklichen Nutzen der Brille sehe ich nur in seltenen Situationen, etwa beim Wandern mit Stöcken, wenn man tatsächlich keine Hand frei hat, um selbst zu filmen. Aber selbst dann kann man meist kurz das Handy hervorholen und ein Foto knipsen.

Bei meiner Strassenumfrage zeigt sich trotzdem: Insgesamt sind die Menschen der KI-Brille gegenüber viel weniger negativ eingestellt, als ich erwartet habe. Eine Person sagt mir, als ich sie über die Brille aufkläre: ‹Man wird ja sowieso überall gefilmt. Mir ist es egal.› Das hat mich überrascht.»

Welcher Umgang mit Smart Glasses wäre für dich akzeptabel? Diskutiere in den Kommentaren mit!

Yasmina Al Dubai

Yasmina Al Dubai (yad), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juni 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Lifestyle-Ressort.

Adriel Monostori

Adriel Monostori (ajm), Jahrgang 2002, arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Seit April 2025 ist er Leiter Vertical Video.

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