Skandale und Todesfälle – Lausanner Polizei leitet nach Rassismusvorfällen Reformen ein

- Nach mehreren Skandalen und Todesfällen bei Polizeieinsätzen treibt die Stadtpolizei Lausanne ihre Reform voran.
- Schulungen gegen Diskriminierung, eine bessere Personalführung und ein direkterer Dialog innerhalb des Korps sollen für Verbesserungen sorgen.
- Die Stadtregierung habe erste Massnahmen im Rahmen der «Reform 2030» verabschiedet, teilte die Stadt Lausanne mit.
Grundlage bildet der Abschlussbericht des früheren Neuenburger Polizeikommandanten und ehemaligen Delegierten des Sicherheitsverbunds Schweiz, André Duvillard.
Die Lausanner Stadtpolizei geriet in den vergangenen Jahren wiederholt in die Kritik. Für Schlagzeilen sorgten rassistische und sexistische Whatsapp-Gruppen unter Polizisten, der Tod zweier junger Rollerfahrer auf der Flucht vor der Polizei sowie Todesfälle bei umstrittenen Polizeieinsätzen.
Mit der Reform will die Stadt Rassismus und Sexismus innerhalb des Korps bekämpfen, das Arbeitsklima verbessern und die Organisation der Polizei stärken.
Besseres Arbeitsklima und mehr Vertrauen
Eine zentrale Massnahme betrifft die Aus- und Weiterbildung. Ab November und Dezember testet die Polizei an drei Pilotveranstaltungen eine obligatorische Schulung für Führungskräfte. Sie soll Diskriminierung vorbeugen, den Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft verbessern und helfen, Konflikte zu entschärfen.
Die Schulung entstand in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, der Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus sowie einer polizeiinternen Fachstelle. In den Jahren 2027 und 2028 sollen sämtliche Führungskräfte daran teilnehmen.
Daneben hat die Stadt das Personalwesen neu organisiert und stärker in die Polizeiführung eingebunden. Damit will sie die Betreuung der Mitarbeitenden verbessern, interne Nachwuchskräfte fördern und Polizistinnen und Polizisten in Ausbildung besser begleiten.
Der interimistische Polizeikommandant Stéphane Volper hat zudem einen direkten Austausch mit den Mitarbeitenden eingerichtet. Bis Ende Jahr sind acht Treffen mit Führungskräften und Angehörigen des Polizeikorps vorgesehen. Sie sollen den Dialog innerhalb der Polizei verbessern und bestehende Probleme frühzeitig sichtbar machen.
Umstrittene Chats in Whatsapp-Gruppen
Die Lausanner Stadtpolizei geriet in den vergangenen Jahren wiederholt in die Kritik. Für Schlagzeilen sorgten rassistische und sexistische Äusserungen von Polizisten in Whatsapp-Gruppen.
Zudem starben zwei junge Rollerfahrer auf der Flucht vor der Polizei. Auch Todesfälle bei Polizeieinsätzen lösten Kritik aus und warfen Fragen nach unverhältnismässiger Gewaltanwendung auf.
Die Skandale hatten auch personelle Konsequenzen. Der damalige Kommandant der Lausanner Stadtpolizei, Olivier Botteron, trat im Juli 2026 mit 59 Jahren vorzeitig in den Ruhestand. Seinen Rücktritt hatte er im September 2025 angekündigt.
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