Feuerwerksverbot: Initianten rücken Tiere und Unfälle ins Zentrum

- Am 29. November stimmt die Schweiz über die Feuerwerksinitiative ab, die lautes Feuerwerk für den Privatgebrauch verbieten will.
- Das Initiativkomitee aus Tier- und Umweltorganisationen argumentiert mit Tierleid, rund 260 Suva-Unfällen pro Jahr und 1300 Tonnen Abfall.
- Bundesrat, Parlament und Gewerbeverband lehnen die Initiative ab und verweisen auf bestehende Regelungsmöglichkeiten für Kantone und Gemeinden.
Am 29. November stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über vier nationale Vorlagen ab. Eine davon ist die sogenannte Feuerwerksinitiative, welche lautes Feuerwerk für den Privatgebrauch grundsätzlich verbieten will. Das Initiativkomitee lancierte am Dienstag seinen Abstimmungskampf.
Befürworter: Knallerei versetzt Tiere in «Angst und Panik»
Das Komitee, bestehend aus diversen Tier- und Umweltorganisationen wie Schweizer Tierschutz, Tier im Recht oder Vier Pfoten, argumentiert, dass Heim-, Nutz- und Wildtiere unter dem Lärm von Feuerwerken leiden. Die lauten Geräusche würden die Tiere in Angst und Panik versetzen.
Doch nicht nur bei Tieren kommt es rund um den 1. August und Silvester zu Zwischenfällen. Jährlich würden ungefähr 260 Unfälle aufgrund von Feuerwerkskörpern bei der Suva registriert. Darunter sind etwa Brandverletzungen und Erblindungen. Zudem komme es immer wieder zu Bränden.
Als weiteres Argument führen die Initianten den Abfall ins Feld. Laut dem Bundesrat verursachen Feuerwerke jährlich rund 1300 Tonnen Abfall. Der liegen gebliebene Abfall stelle eine Gefahr für die Landwirtschaft und deren Tiere dar, so die Befürwortenden. Hinzu komme die Belastung für die Umwelt. Die in den Feuerwerkskörpern enthaltenen Schadstoffe verschmutzten die Luft und gelangten in die Böden, argumentieren die Befürworter.
«Der private Gebrauch von Feuerwerk ist aus dem Ruder gelaufen», sagt Marco Mettler, Geschäftsleiter Schweizer Tierschutz. Gleichzeitig wünschten sich viele Menschen Formen des Feierns, bei denen das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund stehe.
Die Initiative fordert deshalb ein nationales Verbot von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen. Vulkane, Wunderkerzen und Tischfeuerwerke sind vom geplanten Verbot nicht betroffen. Für Grossanlässe und Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung kann die zuständige Behörde auf Gesuch hin eine Ausnahmebewilligung erteilen.
Gegner warnen vor Traditionsverlust
Der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments sowie der Schweizerische Gewerbeverband und die Feuerwerksbranche sprechen sich gegen die Initiative aus. Kantone und Gemeinden hätten bereits heute die Möglichkeit, Feuerwerke zeitlich und örtlich einzuschränken oder einer Bewilligungspflicht zu unterstellen.
«Die Feuerwerksinitiative reiht sich in eine Politik ein, die den Menschen immer mehr vorschreibt und ihnen immer weniger zutraut», sagt Jungfreisinnigen-Chef Jonas Lüthy. Feuerwerke hätten eine lange Tradition, argumentieren die Gegner. Zudem würde ein Verbot die Geschäftsgrundlage spezialisierter Unternehmen beeinträchtigen.
Welches Feuerwerk passt für dich am besten zu einem Fest?
Die Gegner haben ihren Abstimmungskampf bereits lanciert. Die Argumente dazu findest du hier.
Aira Flückiger (fla) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Politik.
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