Ob mit dem Velo, Töff oder Auto: Ab auf diese 6 Schweizer Pässe

Ein Pass muss nicht 2400 Meter hoch sein oder in jedem Reiseführer stehen, damit sich die Fahrt lohnt. Zwischen Jura, Wallis, Zentralschweiz, Graubünden und Tessin gibt es Übergänge mit ganz unterschiedlichen Passlandschaften – mal ruhig und bewaldet, mal hochalpin und spektakulär. Wir stellen eine Auswahl vor.
Was reizt dich an einer Passfahrt am meisten?
Für Sportliche: Col du Marchairuz

Der Col du Marchairuz liegt auf 1447 Metern und verbindet die Gegend La Côte am Genfersee mit dem Vallée de Joux. Statt durch schroffe Hochalpen führt die Strecke durch die typische Landschaft des Waadtländer Juras – vorbei an Wäldern, Weiden und Trockensteinmauern. Der Pass ist ganzjährig geöffnet und erreicht laut Kanton Waadt Steigungen von bis zu 14 Prozent – damit lohnt er sich auch für Velofahrerinnen und Velofahrer, die eine sportliche Jura-Tour suchen.
Für Wanderfreudige: Jaunpass

Auf 1508 Metern verbindet der Jaunpass das Simmental im Berner Oberland mit dem Greyerzerland im Kanton Freiburg. Besonders auffällig sind die schroffen Zacken der Gastlosen, die von der Passregion aus die Landschaft dominieren. Wer nicht nur durchfahren will, findet direkt auf dem Pass verschiedene Möglichkeiten zum Wandern. Und auch fürs Velo hat die Strecke ihren Reiz: Bei der Tour de Romandie 2026 führte ein sechs Kilometer langer Anstieg von Jaun auf den Pass mit durchschnittlich 8,1 Prozent Steigung.
Für Ausflugslustige: Sanetschpass
Auf 2252 Metern liegt der Sanetschpass hoch über dem Rhonetal. Von Sitten führt die Strasse auf rund 26 Kilometern und über 1690 Höhenmeter zuerst durch Weinberge und Wald, später zwischen Hochweiden und schroffen Gipfeln hindurch. Kurz vor der Passhöhe wartet ein 800 Meter langer Tunnel. Einige Kilometer weiter endet die Strasse am Sanetschsee. Für Velofahrerinnen und Velofahrer gibts dort eine Besonderheit: Mit der Seilbahn gehts rund 1000 Höhenmeter hinunter nach Gsteig im Berner Oberland.
Für Wochenendfahrer: Pragelpass

Auf 1548 Metern verbindet der Pragelpass das Muotathal im Kanton Schwyz mit dem Klöntal im Glarnerland. Die Strecke führt auf der Schwyzer Seite durch die Gegend des Bödmerenwalds, einen weitgehend urwaldähnlichen Fichtenwald. Richtung Glarus wartet weiter unten der Klöntalersee. Eine Besonderheit gibts am Wochenende: Samstags und sonntags ist ein Abschnitt zwischen der Kantonsgrenze und Richisau für Autos und Motorräder gesperrt. Velofahrerinnen und Velofahrer können dagegen durchfahren.
Für Zugfans: Albulapass

Auf 2312 Metern verbindet der Albulapass das Albulatal mit dem Engadin. Schon die Auffahrt von Bergün ist besonders: Immer wieder taucht die Rhätische Bahn zwischen Felsen und Viadukten auf. Ihre Albula- und Berninalinie gehört zum Unesco-Welterbe. Weiter oben weichen Wälder einer kargen, hochalpinen Landschaft. Für Rennvelofahrerinnen und Rennvelofahrer ist der Pass besonders spannend, weil der Anstieg von Bergün gleichmässig nach oben führt.
Für Gemütliche: Lukmanierpass

Auf 1915 Metern verbindet der Lukmanierpass Graubünden mit dem Tessin und führt von Disentis über das Val Medel Richtung Bleniotal und Biasca. Mit maximal neun Prozent Steigung bleibt die Strasse vergleichsweise moderat. Wer unterwegs aussteigen möchte, findet rund um Acquacalda Wanderwege durch die alpine Landschaft.
Welchen Schweizer Pass findest du besonders spektakulär? Verrate uns deinen Tipp in den Kommentaren.
Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.
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