7 Gründe, wieso die Huthi so schwer zu besiegen sind

- Die Huthi-Miliz hat im Kampf gegen Saudi-Arabien und dessen Verbündete einige Vorteile.
- Sie produzieren mittlerweile eigene Waffen, igeln sich zunehmend im Untergrund ein und zwingen ihre Gegner zu einem teuren Abwehrkampf.
- Diese Gründe machen einen raschen Sieg gegen die Huthi schwierig.
Die gegenseitigen Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen und des benachbarten Saudi-Arabien gehen auch am Dienstag weiter. Der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah meldete mindestens drei saudische Luftangriffe in der Provinz Saada, die als Hochburg der Milizen gilt. Saudi-Arabien teilte mit, es seien Raketen der Miliz in Riad sowie in Chamis Muschait im Südwesten des Landes abgefangen worden.
Was macht die Huthi-Miliz so gefährlich? Und wieso ist es so schwierig, die Miliz zu besiegen? Sieben Gründe.
Sie bauen eigene Waffen und erhalten Hilfe von aussen
Wie die Politologin Elham Manea von der Universität Zürich im Interview mit 20 Minuten sagte, produzierten die Huthi inzwischen auch selbst Raketen und Drohnen. Iran unterstütze sie militärisch, zudem erhielten sie Material aus China und anderen Ländern. Das erleichtere es ihnen, Verluste zu ersetzen und ihre Kampffähigkeit zu erhalten.
Sie können Waffen und Infrastruktur besser vor Luftangriffen schützen
Das britische Forschungsinstitut IISS dokumentierte 2024 anhand von Satellitenbildern neue und grössere unterirdische Militäranlagen der Huthi. Solche Anlagen erschweren es, Waffenlager und Führungseinrichtungen allein durch Luftangriffe nachhaltig auszuschalten.
Ihr Arsenal zwingt Gegner zu einem teuren Abwehrkampf
Die Uno dokumentiert Angriffe der Huthi auf Handelsschiffe mit Raketen, Drohnen und unbemannten Booten. Als Reaktion gründeten die USA und mehrere Partner die Schutzoperation «Prosperity Guardian» für das Rote Meer.
Sie sind im Norden lokal verankert
Besonders in ihrer Hochburg Saada verfüge die Bewegung über Unterstützung, sagt Huthi-Expertin Manea. Der saudisch geführte Krieg, das Embargo und die Hungersnot hätten eine nationalistische Reaktion ausgelöst, von der die Huthi profitierten. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie im ganzen Land beliebt seien.
Straffe Organisation und repressive Herrschaft
Manea bezeichnet die Huthi im Gegensatz zu ihren Gegnern als stark zentralisiert. Entscheide könnten so rasch durchgesetzt werden. Sie finanzierten sich durch Steuern und Abgaben. Widerstand wird laut Manea oft brutal unterdrückt.
Ihre Gegner sind zersplittert
Die jemenitische Regierung ist laut Manea durch Korruption und Kriegswirtschaft geschwächt. Zudem verfolgen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die von Abu Dhabi unterstützten südjemenitischen Kräfte unterschiedliche Interessen. Letztere streben einen unabhängigen Süden an. Das erschwere eine gemeinsame Front.
Der Krieg hilft ihnen, ihre Macht zu sichern
Die Huthi wollen Saudi-Arabien unter Druck setzen, um aus einer starken Position zu verhandeln. Gleichzeitig brauche die Führung den Krieg, um Anhänger zu mobilisieren und ihre Herrschaft in Sanaa zu festigen, sagt Manea. In ruhigeren Phasen werde ihre mangelhafte Verwaltung sichtbarer.
Daniel Graf (dgr) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Leiter des Ressorts News und seit September 2023 Mitglied der Redaktionsleitung.
Ann Guenter (gux), arbeitet seit 2012 als Auslandsredaktorin für 20 Minuten. Seit August 2015 ist sie zudem Chefreporterin International.
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