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Tuesday, October 6, 2026

«Ich wurde schon drei Mal angespuckt»

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ÖV-Erfahrungen der Leser

«Ich wurde schon drei Mal angespuckt»

Beschimpfungen, Drohungen und sogar körperliche Angriffe gehören für manche Mitarbeitende im öffentlichen Verkehr zum Alltag. Auch Passagiere berichten von aggressiven Erlebnissen. Die Leserinnen und Leser erzählen von ihren Erfahrungen – und fordern Konsequenzen.

Publiziert: vor 33 Minuten

  • ÖV-Personal und Reisende berichten von Aggressionen
  • 2025 gab es 718 Anzeigen; vieles bleibt ungemeldet
  • Blick-Leser fordern Bodycams, Anzeigen und ÖV-Ausschlüsse
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

«Figg di», «du Arschloch» oder «Nuttesohn»: Für Mitarbeitende im öffentlichen Verkehr gehören solche Beschimpfungen längst zum Berufsalltag. Zugbegleiterin Janine Truttmann (53) sagt sogar: «Ich höre jeden Tag eine Beleidigung.» Dabei bleibt es nicht immer bei Worten. Immer wieder kommt es zu Drohungen, körperlichen Angriffen oder Situationen, in denen Mitarbeitende um ihre Sicherheit fürchten müssen.

Gleichzeitig wird längst nicht jeder Vorfall gemeldet oder angezeigt. Truttmann war selbst bereits in sechs Strafverfahren involviert. Die Verfahren seien «langwierige Sachen» und kosteten «Zeit, Mut und Nerven». Viele Mitarbeitende scheuten deshalb den Aufwand oder hätten Angst vor Rache. Dabei nehmen die Delikte zu: 2025 wurden 718 Anzeigen wegen Gewalt oder Drohung gegen Beamte im öffentlichen Verkehr registriert. Bei der Bundesanwaltschaft stieg die Zahl der Delikte gegen Beamte im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel.

«Unzählige verbale Beschimpfungen»

Wie erleben die Leserinnen und Leser solche Situationen? In den Kommentaren berichten mehrere von eigenen Erfahrungen mit Aggressionen im ÖV – einige sind selbst betroffen, andere haben Vorfälle beobachtet. Besonders eindrücklich sind die Berichte von Menschen, die seit Jahren im öffentlichen Verkehr arbeiten oder Angehörige haben, die dort tätig sind.

Leser Beat Bürgy arbeitet seit über 36 Jahren im ÖV. Er habe wiederholt Aggressionen erlebt: «Ich wurde schon drei Mal angespuckt.» Dazu kämen «unzählige verbale Beschimpfungen unter der Gürtellinie sowie Tätlichkeiten». Auf Unterstützung durch die Transportpolizei könne man dabei oft nicht zählen. Diese sei «meistens Wunschdenken», weil schlicht die Kapazitäten fehlten. «So geht die Freude an der Arbeit mit den Kunden Tag für Tag verloren», schreibt Bürgy.

Auch Jan Grüneberg berichtet von einem persönlichen Fall. Seine Mutter arbeitet als Zugbegleiterin bei der SBB. «Meine Mutter wurde vor ein paar Wochen das zweite Mal angegriffen», schreibt er. Beim jüngsten Vorfall sei sie körperlich verletzt worden, «nur weil die Täterin ihre Endstation verpasst hatte».

Auch unter Passagieren wird es ruppig

Doch nicht nur das ÖV-Personal bekommt den raueren Umgangston zu spüren. Auch unter den Passagieren erleben Leserinnen und Leser zunehmend aggressive Situationen.

Rainer Andenmatten schreibt, er sei zwar keiner, der sage, «früher war alles besser». Trotzdem habe er den Eindruck, dass «Anstand und Respekt abgenommen» hätten – und zwar über alle Altersgruppen hinweg. «Vor Jahren wurde ich an unserem Provinzbahnhof nie angepöbelt, aber jetzt erlebe ich es immer wieder bei mir und bei anderen. Schade!», berichtet er.

Auch Bernhard Lambrigger schildert eine eigene Erfahrung als Passagier. Er habe eine Teenagerin im ÖV «höflich aufgefordert, den Lautsprecher beim Handy rauszunehmen». Darauf sei ein «Gewitter an genau solch unangebrachten Beleidigungen» gefolgt, darunter auch «Figg dini Muetter».

Leser fordern Konsequenzen

Entsprechend gross ist in den Kommentaren der Ruf nach Konsequenzen. User Christian Cotting fordert, dass Täter konsequent verfolgt und nach einer Verurteilung vom ÖV ausgeschlossen werden. «Es kann nicht sein, dass die aufgestauten Frustrationen am Zugpersonal oder anderen Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs ausgelassen werden», schreibt er.

Ähnlich argumentiert Marco Bruz. Wer ÖV-Personal oder andere Passagiere bedrohe, beleidige oder körperlich angreife, müsse «konsequent zur Rechenschaft gezogen werden». Er fordert unter anderem Bodycams für das Personal, konsequente Anzeigen und ein härteres Durchgreifen der Behörden. «Wer im öffentlichen Verkehr arbeitet, verdient Schutz und Respekt», argumentiert er.

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