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Thursday, October 22, 2026

Zu viel Haut: Dresscode für Sportfotografin löst Protestwelle aus

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  • In Paraguay sorgte ein Flyer von der Presseabteilung eines Fussballclubs für heftige Kontroverse.
  • Gefordert wurde «sportlich-elegante» Kleidung, verboten waren unter anderem Shorts, tiefe Ausschnitte und bauchfreie Kleidung.
  • Sportfotografin Adriana Caballero (29) fühlte sich angesprochen – und war entsetzt.

Ein umstrittener Flyer der Presseabteilung von Sportivo Ameliano hat im paraguayischen Fussball eine heftige Kontroverse ausgelöst. Erstligist Sportivo Ameliano veröffentlichte vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Olimpia einen Dress-Code für Medienschaffende.

Wer aus dem Stadion berichten wolle, sollte sich künftig sportlich-elegant kleiden, um ein professionelles und respektvolles Umfeld zu wahren, das dem Image des Clubs entspreche.

Kleidungsvorschrift für künftige Heimspiele: So sollen sich Medienschaffende kleiden dürfen.

Kleidungsvorschrift für künftige Heimspiele: So sollen sich Medienschaffende kleiden dürfen.abc.com

Während bei Männern nur ein Verbot von kurzen Hosen steht, wird weiblichen Medienschaffenden eine ganze Reihe von Regeln aufgebrummt. So sind tiefe Ausschnitte und bauchfreie Kleidung verboten, auch farbige Hosen seien beim Heimspiel nicht erlaubt.

Sportfotografin fühlte sich angesprochen

Sportfotografin Adriana Caballero (29), die mit 165’000 Followern in der paraguayischen Sportwelt ein grosser Name ist, fühlte sich vom Flyer angesprochen. Sie zeigte sich entsetzt und verteidigte ihre Freiheit, ihre Arbeit als Fotografin so auszuüben, wie sie es für richtig hält.

Caballero zeigte sich zudem irritiert darüber, dass offenbar sogar ein Foto von ihr auf Social Media Anlass für eine Beschwerde gewesen war.

Fühlte sich angesprochen: Adriana Caballero (29).instagram/adrianacaballero97

«Ich möchte für meinen Job immer in möglichst bequemer Kleidung auftreten», so Caballero. Das Communiqué habe sie geschockt. «Früher oder später musste es wohl so weit kommen», sagte sie. Es sei schade, da die Massnahme auch ihren Kolleginnen und Kollegen schaden könne.

Präsident entschuldigt sich

Nach der heftigen Kritik in den sozialen Medien ruderte der Club zurück. Präsident Héctor Melgarejo distanzierte sich deutlich von den Kleidervorschriften und erklärte, diese seien ohne Zustimmung der Vereinsführung veröffentlicht worden.

Er bezeichnete die Aktion als «Wahnsinn» und stellte klar, dass Medienschaffende so gekleidet zur Arbeit erscheinen könnten, wie sie sich dabei wohlfühlten. «Ich bitte um Verzeihung», so der Präsident.

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Fabrizio Bonazza

Fabrizio Bonazza (bnz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Er ist Social-Media-Redaktor im Ressort Sport mit Fokus auf Trends, Videos und unterhaltsame Inhalte.

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