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Friday, September 4, 2026

Reul: Stromnetz-Sabotage an zwei Orten wohl "kein Zufall"

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Nach dem Vorfall in Brandenburg kam es auch in Nordrhein-Westfalen zu einem Kurzschluss in einem Umspannwerk in Bergheim. Die Behörden ermitteln wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.

02.09.2026 | 0:21 min

Nach dem Angriff auf das Stromnetz in Südbrandenburg gehen die Ermittler davon aus, dass auch die Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückgeht. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU).

Das war Absicht. Wer da rangeht, greift unser Land an.

Herbert Reul (CDU), Innenminister in NRW

Die Ermittler sehen Parallelen zu dem Fall in Brandenburg, wo Unbekannte am Dienstagmorgen unweit des Umspannwerks Turnow-Preilack einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet hatten. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit dort installiert worden waren.

Nach Kurzschlüssen an einem Umspannwerk in Südbrandenburg - wenig später ein ähnlicher Vorfall in Bergheim. Die Landesregierung spricht von verfassungsfeindlicher Sabotage.

02.09.2026 | 1:43 min

Bergheim in NRW: Abschussvorrichtungen in Maisfeld

In Bergheim in Nordrhein-Westfalen wurde die Polizei am Dienstagabend gegen 20 Uhr zunächst wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk in Bergheim gerufen. Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen, hieß es. Fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke gingen vom Netz.

Unweit davon entdeckten Einsatzkräfte der Polizei bei einer Suchaktion in einem Maisfeld insgesamt sechs Abschussvorrichtungen. Diese waren demnach so gebaut, dass mit pyrotechnischen Gegenständen ein Draht über die Stromleitungen geführt werden konnte. Der Energieversorger Amprion versicherte jedoch: "Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet."

Brandenburg: Flugkörper treffen Umspannwerk

In Brandenburg hatten Unbekannte am Dienstagmorgen versucht, in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde die Stromversorgung zu stören. Dazu lenkten sie nach Angaben von Innenminister Jan Redmann (CDU) mit Hilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung Höchstspannungsleitungen.

Sabotage am Umspannwerk Turnow/Preilack? Eine Karte zeigt die Orte.

Brandenburg: Das Umspannwerk Turnow/Preilack auf der Karte.

Quelle: ZDF

Innenminister Redmann sprach davon, dass man in Brandenburg "verdammtes Glück" gehabt habe. Denn nach jetzigem Stand habe nur einer der mehr als einem Dutzend "raketenähnlichen Gegenständen" mit Treibsatz sein Ziel erreicht. Dies blieb jedoch ohne Auswirkungen. Redmann erklärte, die Tatausführung in Brandenburg sei aber anders als bei bisherigen Anschlägen auf die Stromversorgung, die der linksextremistischen Szene zugeordnet werden.

Brandenburg: Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts nach dem Angriff auf ein Umspannungswerk im Süden des Bundeslandes.

02.09.2026 | 0:25 min

Länder wollen sich für Aufklärung vernetzen

Auswirkungen auf die allgemeine Stromversorgung gab es weder in Brandenburg noch in Nordrhein-Westfalen. Wer hinter den Vorfällen steckt, ist noch offen. "Wir prüfen zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus", sagte Reul.

Breiter in den Blick nehmen die Ermittler nun auch den Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen im Juni. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. In der Vergangenheit gab es bundesweit eine Reihe weiterer mutmaßlicher Sabotageversuche. Die betroffenen Länder wollen sich nun stärker vernetzen.

Brandenburg: Nach dem mutmaßlichen Sabotageakt auf eine Hochspannungsleitung bei Turnow-Preilack findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen.

02.09.2026 | 2:30 min

CDU-Politiker: "Vor vorschnellen Bewertungen hüten"

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Marc Henrichmann, mahnt zu Besonnenheit. "Die Lehre aus Leipzig ist, dass wir uns vor vorschnellen Bewertungen hüten", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Dort hätten die professionell geführten Ermittlungen Stück für Stück belastbare Fakten geliefert. "Genau das erwarte ich auch jetzt in Jänschwalde und Bergheim."

Landesinnenminister Jan Redmann

:Sabotage in Brandenburg: "Müssen schnell nachrüsten"

Nach der Sabotage am Stromnetz in Brandenburg sind die Hintergründe weiter unklar. Innenminister Redmann mahnt, beim Schutz kritischer Infrastruktur müsse man "schnell nachrüsten".

mit Video5:04

Stromleitungen vor dem Kraftwerk Jänschwalde in Turnow-Preilack, aufgenommen am 01.09.2026

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete das ZDF in heute Xpress am 02.09.2026 ab 07:00 Uhr.

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