So funktioniert die Umstellung auf Winterzeit

Zeitumstellung 2026
So funktioniert die Umstellung auf Winterzeit
In der Nacht vom 24. Oktober auf den 25. Oktober 2026 stellt die Schweiz von Sommer- auf Winterzeit um. Die Uhren werden um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgedreht – das bedeutet eine zusätzliche Stunde Schlaf oder eine verlängerte Partynacht.
Publiziert: vor 23 Minuten
Am Abend wird es nun wieder früher dunkel. Dafür kann man es sich jetzt bald wieder abends mit einem Tee oder Kakao und einer Kuscheldecke auf dem Sofa gemütlich machen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. In der Nacht vom 24. Oktober auf den 25. Oktober endet in der Schweiz die Sommerzeit.
Seit wann gibt es in der Schweiz die Zeitumstellung?
Die Schweiz führte die Zeitumstellung 1981 ein, um sich den Nachbarländern anzupassen. Mehrere europäische Länder hatten schon einige Jahre zuvor die Sommerzeit lanciert, um dank der besseren Nutzung des Tageslichts Energie zu sparen. Die Schweiz hatte die Umstellung zuvor in einer Volksabstimmung abgelehnt. Es handelt sich im Prinzip nicht um eine Umstellung auf «Winterzeit». Durch die Zeitumstellung im Herbst kehrt die Schweiz zur Normalzeit zurück. Erst wenn man die Uhren im Juni um eine Stunde vorstellt, wird die Sommerzeit eingeführt.
Die Normalzeit in der Schweiz ist die mitteleuropäische Zeit. Seit 1996 stellen alle Länder der Europäischen Union (EU) und die Schweiz unisono ihre Uhren am letzten Sonntag im März um eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober um eine Stunde zurück. Diese Übereinstimmung hatte vor allem wirtschaftliche Gründe.
Fachleute zweifeln allerdings am Nutzen: Zwar schaltet man im Sommer abends seltener das Licht an, dafür wird im Frühling und im Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt.
Zuständig für die Zeitumstellung ist das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas). Es betreibt in seinen Labors mehrere Atomuhren und verbreitet die offizielle Schweizer Zeit, die aus der koordinierten Weltzeit (Universal Time Coordinated, UTC) abgeleitet wird.
Einschlafprobleme und Müdigkeit
Dass der Sonntag mit der Zeitumstellung eine Stunde länger ist, dürfte die meisten Menschen zwar kaum stören. Allerdings ist die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr und auf Normalzeit im Herbst unbeliebt, wie Umfragen regelmässig zeigen. Viele Befragte hatten nach eigenen Angaben schon einmal gesundheitliche oder psychische Probleme nach der Zeitumstellung.
Der kleine Dreh an der Uhr kann den Körper belasten. Die innere Uhr muss sich erst auf die Umstellung einstellen – und das kostet Kraft. Daher fühlen sich viele Menschen während der Umstellung müde und schlapp. Das zeigt sich besonders, wenn eine Stunde plötzlich fehlt, also bei der Umstellung auf die Sommerzeit.
Dieses Jahr drehten wir wie gewohnt an der Uhr. Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Jeweills am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr wieder zurückgedreht.
Zweifel an Energieersparnis
Kritiker der Zeitumstellung führen neben gesundheitlichen Belastungen ins Feld, dass diese ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Eigentlich sollte das Vorstellen der Uhr im Frühjahr zum Energiesparen in der hellen Jahreszeit beitragen. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorn verschiebt, wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht. Doch Energiespareffekte sind laut Analysen kaum nachweisbar. Tatsächlich wird in der EU seit langem über ein Ende der Zeitumstellung diskutiert. Konkret plante die Europäische Union dies ab 2018, die EU-Kommission legte einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Das Europäische Parlament stimmte sogar zu, verschob aber das für 2019 geplante Ende der Zeitumstellung auf 2021. Doch die Mitgliedsstaaten zogen nicht mit und legten die Pläne auf Eis.
Das Kernproblem der EU-Diskussion ist eine Uneinigkeit, welche Zeit sich überhaupt durchsetzen soll – die sogenannte Normalzeit oder die Sommerzeit. Ein Flickenteppich mit mehreren Zeitzonen soll vermieden werden, manche EU-Staaten sind grundsätzlich gegen das Ende der Zeitumstellung. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin befürwortet in der Debatte eine Beibehaltung der Normalzeit – also der Winterzeit. Das Tageslicht und darin wiederum insbesondere der Blauanteil des Sonnenlichts ist der Hauptzeitgeber für die sogenannte innere Uhr des Menschen und massgeblich für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All dies wird den Experten zufolge am besten durch die Winterzeit gewährleistet. Durch Umstellung auf Sommerzeit drohe hingegen ein Schlafmangel, der zu Konzentrations- und Leistungseinbussen sowie mehr Unfällen führe. Das Ende der Zeitumstellung bleibt trotzdem weiterhin nicht abzusehen.
Wie merke ich mir, wann die Uhr umgestellt wird?
Wer Mühe hat, sich zu merken, wann die Uhren vor- und wann sie zurückgestellt werden, kann sich mit diversen Eselsbrücken behelfen, wie zum Beispiel diesen hier:
- Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür. Im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen.
- Die 2-3-2-Regel (angelehnt an die Computerschnittstelle RS-232): Im Frühling wird die Uhrzeit von 2 Uhr auf 3 Uhr gestellt. Im Herbst von 3 Uhr auf 2 Uhr.
- Im Winter sind die Temperaturen im Minus-, im Sommer dann wieder im Plusbereich.
- Im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, dehnt sich die Zeit aus – die Uhr wird vorgestellt. Im Herbst, wenn es wieder kälter wird, zieht sich die Zeit zusammen – die Uhr wird zurückgestellt.
- Für alle Englischsprechenden: Spring forward, fall back!
- Und ganz doof: Im Sommer wird die Uhr vorgestellt – beide mit «o».
Aber eigentlich muss man sich die Eselsbrücken gar nicht mehr merken: Ob Smartphone, Funkwecker oder DAB-Radio – praktisch alle Uhren in modernen Haushalten stellen sich selbst um. Bloss eine Knacknuss bleibt: die Backofenuhr.
Dieser Artikel wurde im Oktober 2026 aktualisiert.
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