Neue Studie von Pro Senectute – Jeder Dritte über 60 fühlt sich einsam

- Einsamkeit im Alter ist ein Tabuthema, das häufig unterschätzt wird.
- Eine neue Studie von Pro Senectute zeigt anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen, dass sich mehr als ein Drittel der über 60-Jährigen in der Schweiz einsam fühlt.
- Das hat auf das Leben der Betroffenen spürbare Auswirkungen.
Es gibt etwa 800’000 ältere Menschen in der Schweiz, die gerne mehr Gesellschaft hätten. Dies zeigt die repräsentative Untersuchung, die das Forschungsinstitut GFS Zürich im Auftrag von Pro Senectute durchgeführt hat.
Je älter die Menschen sind, desto verbreiteter ist das Problem mit der Einsamkeit. Zwar scheine eine Mehrheit der Seniorinnen und Senioren sozial gut eingebettet zu sein, erklärt Peter Burri Follath, der Mediensprecher von Pro Senectute Schweiz. «Trotzdem müssen wir konstatieren, dass Einsamkeit im Alter kein Randthema ist. Es sind mehrere 100’000 Menschen, die wirklich darunter leiden und sich oft auch schwertun, sich dem zu äussern und aus dieser Situation herauszukommen.»
Einsamkeit kann krank machen
So belegt die Studie beispielsweise, dass ältere Menschen, die keinen Partner oder keine Partnerin haben, ein grösseres Risiko haben, unter Einsamkeit zu leiden. Und dieses Einsamkeitsgefühl hat Folgen für die Lebensqualität.
Das heisst, ich bin anfälliger für viele Erkrankungen.
Peter Burri Follath schildert anschaulich, was die Betroffenen empfinden: «Ich gehe nicht mehr raus. Ich habe Mühe, mich sozial zu integrieren. Ich bin vielleicht depressiv verstimmt oder ich falle sogar in eine Depression, bewege mich zu wenig, esse vielleicht das Falsche oder zu wenig oder unausgewogen. Das heisst, ich bin anfälliger für viele Erkrankungen.»
Wege aus der Einsamkeit
Umso wichtiger ist es, Gegensteuer zu geben. Manchmal können die älteren Menschen selbst etwas unternehmen, wenn sie realisieren, dass sie mehr Gesellschaft brauchen.
Um älteren Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, braucht es nebst zwischenmenschlichen Kontakten auch Bemühungen aus der Politik, wie Alexander Seifert von der Hochschule für Soziale Arbeit sagt.
Einzelpersonen könnten bereits viel machen. So könnte man den älteren Nachbarn oder die ältere Nachbarin mal wieder fragen, wie es ihnen geht. Oder man ruft die Grosseltern mal wieder an oder besucht sie.
Auf politischer Ebene ist es laut Seifert wichtig, dass die Begegnungsstellen, die es schon gibt, weiterhin finanziert werden und für betroffene Personen kostenlos bleiben.
Ebenfalls wichtig sei die Zusammenarbeit zwischen sozialen Angeboten, Hausarztpraxen oder Apotheken, die gemeinsam schauen, wer womöglich betroffen ist und wie diese Personen informiert werden könnten.
Ein weiterer Aspekt ist laut Seifert die Stadtplanung: Wie könnte man ermöglichen, dass Personen zum Beispiel in der Innenstadt mehr aufeinander treffen und mehr Begegnungen möglich sind? Dazu gehören etwa Sitzmöglichkeiten – also überhaupt die Möglichkeit, sich zu begegnen und auszutauschen.
Ein gutes Mittel gegen Einsamkeit sei etwa – wenn man noch genügend fit ist –, sich freiwillig irgendwo zu engagieren, sagt Burri Follath. «Dann kommt man automatisch mit anderen Menschen in Kontakt, hat vielleicht auch wieder eine Aufgabe. Das sind alles wichtige Faktoren.»
Helfen könne es auch, Kurse zu besuchen oder bei einer Wandergruppe mitzumachen. Und einige Mutige lassen sich vielleicht sogar einmal bei einer Dating-Veranstaltung für Senioren blicken.
Heute Morgen, 01.10.2026, 06:00 Uhr ; srf/ploe/hissk/busr; imhm
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