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Thursday, September 3, 2026

Wanderung des Monats September – Sagenhafte Gratwanderung zur Belchenflue im Oberbaselbiet

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Steintreppe führt zu einem Gipfel mit einer gehissten Flagge, umgeben von Bäumen.
Legende: SRF/Marcel Hähni

Im Passdorf Langenbruck stand einst die grösste Skisprungschanze der Schweiz, und der weltweit bekannte Flugpionier Oskar Bider stammte von hier. Langenbruck ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen im Baselbieter Jura.

In Langenbruck starte auch ich. Die ersten Kilometer führen leicht ansteigend durch eine idyllische Landschaft zum Kloster Schönthal, einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Das ehemalige Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert liegt mitten in der ruhigen Juralandschaft und ist heute eine kulturelle Begegnungsstätte. Namhafte Künstler aus aller Welt haben hier schon ihre Skulpturen ausgestellt.

Der Wanderweg führt nun hinauf in den Wald. Aus dem breiten Weg wird ein schmaler Gratweg. Hier beginnt der landschaftliche Höhepunkt der Tour. Schmale Waldpfade wechseln sich mit offenen Gratabschnitten ab. Besonders bei nassem Wetter ist hier Trittsicherheit gefragt.

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  • Bild 1 von 8. Langenbruck ist die höchstgelegene Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft. Sie liegt auf 700 Metern über dem Meer am Oberen Hauenstein und ist heute beliebtes Naherholungsgebiet und Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 2 von 8. Das ehemalige Benediktinerkloster Schönthal ausserhalb von Langenbruck zählt zu den Baselbieter Kulturdenkmälern. Das Kloster mit der romanischen Klosterkirche wurde erstmals 1145 urkundlich erwähnt und ist ein denkmalgeschützter Ort. Das Anwesen wird heute vom Verein Kloster Schönthal betrieben. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 3 von 8. Der Rundweg mit der Nummer 472 im Schweizer Wanderwegnetz wurde im Frühling 2026 offiziell eröffnet. Die 13 km lange, mittelschwere Rundwanderung startet und endet in Langenbruck. Auf dieser Tour erwarten uns eine herrliche Gratwanderung und ein atemberaubender Blick auf die Alpen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 4 von 8. Die Belchenflue ist der markante Höhepunkt der Wanderung. Der Felskopf liegt etwa 7 km westlich von Olten. Über die Felskante verläuft die Grenze zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 5 von 8. Die Belchenflue liegt direkt oberhalb des Baselbieter Dorfes Eptingen mit seiner Mineralquelle. Die Quelle des Eptinger Mineralwassers liegt rund 2 km oberhalb des Dorfes in einer Tiefe von 417 Metern in einer wasserführenden Muschelkalkschicht. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 6 von 8. Fast 50 Kilometer lang ist die Kette der Verteidigungsanlagen, die sich, wie hier das Panzertürmli bei der Lauchflue, in einem Halbkreis um die Region legt. Zu einem direkten bewaffneten Angriff kam es hier glücklicherweise nie. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 7 von 8. Die Bunker und Gräben auf der Belchenflue funktionieren wie ein grosses, in den Stein gehauenes Freilichtmuseum. Die ganze Anlage war vor über hundert Jahren für bis zu 45’000 Soldaten ausgelegt. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

  • Bild 8 von 8. Zwölf Schilder zeigen historische Fotos aus der Zeit von 1914 bis 1918. Sie stehen genau an der Stelle, an der damals auch der Fotograf stand. So kann man die alten Aufnahmen direkt mit der heutigen Natur vergleichen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.

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Ab der Lauchflue gelange ich auf den Erinnerungspfad zum Ersten Weltkrieg. Bis zur Belchenflue stehen insgesamt zwölf Informationstafeln, die die Geschichte der Fortifikation Hauenstein erzählen – eines bedeutenden Verteidigungssystems der Schweizer Armee während des Ersten Weltkriegs.

Eindrücklich zeigen historische Fotografien, wie die Soldaten damals hier lebten und arbeiteten. Besonders spannend finde ich, dass die Tafeln mit den historischen Aufnahmen an den Orten stehen, wo sie in jener Zeit entstanden sind. So lässt sich die Vergangenheit direkt mit der heutigen Landschaft vergleichen.

Mit 1099 Metern ist die Bölcheflue, wie man vor Ort sagt, der höchste Punkt der Rundwanderung. Der markante Aussichtsfelsen wurde im Ersten Weltkrieg als Beobachtungsposten genutzt und dafür in seine heutige Form gesprengt.

Die Belchenflue belohnt mich mit einer spektakulären Rundsicht, die über das Baselbiet, den Schwarzwald, die Vogesen, das Mittelland und bei klarer Sicht bis zu den Berner Alpen reicht.

Das geheimnisvolle Belchen-Dreieck

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Panoramablick auf bewaldete Hügel und ein weites Tal unter blauem Himmel.
Legende: SRF/MarcelHähni

Die Bölcheflue ist Teil des sagenumwobenen Belchen-Dreiecks. Zusammen mit dem Belchen im Schwarzwald und dem Ballon d’Alsace in den Vogesen bildete sie vermutlich bereits in keltischer Zeit ein natürliches Orientierungssystem. Historiker vermuten, dass die markanten Gipfel zur Beobachtung von Sonnen- und Mondständen dienten und so wichtige Zeitpunkte wie Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bestimmt werden konnten. Deshalb gilt das Belchen-Dreieck bis heute als eines der faszinierendsten kulturhistorischen Landschaftsdenkmäler Mitteleuropas.

Nach dem Gipfelerlebnis führt der Weg talwärts Richtung Langenbruck. Wer den Ausflug verlängern möchte, findet in Langenbruck weitere Freizeitangebote wie eine Rodelbahn, den Hochseilpark oder zahlreiche weitere Wanderwege.

Diese Rundwanderung vereint für mich alles, was eine abwechslungsreiche Juratour ausmacht: eindrucksvolle Natur, kulturelle Höhepunkte, spannende Zeitgeschichte und grandiose Panoramen.

Der Wechsel zwischen stillen Waldwegen und aussichtsreichen Kämmen macht die Tour zu einem besonderen Erlebnis – auch wenn man sich überhaupt nicht für Militärgeschichte interessiert. Es ist eine Tour für alle, die das Baselbiet von einer schönen Seite entdecken oder, so wie ich, neu entdecken möchten.

Anreise

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Ab Liestal
Nutzen Sie die Waldenburgerbahn bis nach Waldenburg. Von dort bringt Sie ein direkter Bus (Linie 94) nach Langenbruck.

Ab Oensingen
Nehmen Sie den Zug nach Balsthal. Dort steigen Sie auf den Bus um, der Sie in etwa 45 Minuten direkt nach Langenbruck fährt.

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