Mysteriöse Legionellen-Welle: Eine Person ist gestorben

- Trotz intensiver Suche hat eine Taskforce in Wetzikon ZH noch keine gemeinsame Infektionsquelle für die Legionellen-Welle gefunden.
- Seit Anfang 2025 wurden in der Stadt 33 Legionellose-Fälle registriert – eine Person mittleren Alters ist vergangene Woche verstorben.
- Für die Bevölkerung gelten weiterhin die allgemeinen Vorsorgemassnahmen; das Trinkwasser in Wetzikon ist bedenkenlos trinkbar.
Im Juni 2026 informierte das Amt für Gesundheit (AFG) über die Häufung von Legionellose-Fällen in der Stadt Wetzikon. Gestellt wurde die Diagnose bei 33 Personen. Bei der Mehrheit der Fälle war eine Spitalbehandlung notwendig. Eine Person mittleren Alters ist vergangene Woche verstorben.
«Bei der verstorbenen Person bestanden mehrere Vorerkrankungen», teilte die Gesundheitsdirektion des Kantons am Donnerstag mit. Wo sich die verstorbene Person mit Legionellose angesteckt hatte, ist derzeit noch offen und wird untersucht. Alle hospitalisierten Personen konnten mittlerweile aus dem Spital entlassen werden.
Taskforce eingesetzt
Eine interdisziplinäre Taskforce unter Beteiligung des Kantonsärztlichen Dienstes des AFG, des Kantonalen Labors und weiterer Fachstellen befasst sich mit den laufenden Abklärungen. Dazu gehören Patientenbefragungen, die Analyse von Patienten- und Duschwasserproben sowie die Untersuchung weiterer wasserführender Anlagen und möglicher Infektionsquellen.
Alle Fälle traten zeitlich und räumlich verteilt auf. Die bisherigen Untersuchungen weisen in mehreren Fällen auf einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und dem Vorkommen von Legionellen in Duschwasserproben hin. Bei den Untersuchungen weiterer möglicher Quellen konnte bislang keine gemeinsame Infektionsquelle festgestellt werden.
Legionellen: Vorsichtsmassnahmen
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Unter günstigen Bedingungen können sie sich in Warmwassersystemen und anderen wasserführenden Anlagen vermehren. Eine Ansteckung erfolgt durch das Einatmen feinster legionellenhaltiger Wassertröpfchen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder durch das Trinken von Wasser findet nicht statt.
Legionellen lassen sich in Wasserinstallationen nicht vollständig vermeiden. «Werden die empfohlenen Massnahmen beachtet, lässt sich das Risiko ihrer Vermehrung und einer Infektion jedoch wirksam reduzieren», schreibt die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich:
Einhaltung der empfohlenen Warm- und Kaltwassertemperaturen, Stagnation vermeiden (Wasser nicht länger als 72 Stunden stehen lassen), Wasserleitungen nach längeren Benutzungspausen gründlich spülen.
So geht es weiter
«Die Abklärungen zu möglichen Infektionsquellen werden fortgesetzt und gezielt vertieft. Gemeinsam mit der Stadt Wetzikon wird aktuell ein Merkblatt für Verwaltungen und Eigentümerschaften von Liegenschaften erarbeitet», schreibt die Gesundheitsdirektion des Kantons.
Darin werden Empfehlungen zur fachgerechten Überprüfung und zum sicheren Betrieb von Hausinstallationen zusammengefasst. Zudem ist eine erneute, breite Sensibilisierung der Bevölkerung durch die Stadt Wetzikon geplant. Dabei werden die empfohlenen Vorsorgemassnahmen in Erinnerung gerufen.
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
