Rechtsextremen-Lager am Simplon – Behörden wussten Bescheid

- Rund 30 Angehörige der deutschen Identitären Bewegung hielten im August ein Lager am Simplon VS ab.
- Bundesrat Martin Pfister bestätigte, dass fedpol und der NDB über die Anwesenheit der Gruppe informiert waren.
- Unklar bleibt, welche Massnahmen die Behörden ergriffen haben und wann sie informiert wurden.
Im vergangenen August organisierte rund dreissig Angehörige der deutschen Identitären Bewegung während einer Woche ein Camp am Simplon. Auf dem Programm standen unter anderem Nahkampfübungen und Nachttrainings.
Die Gruppe wird von deutschen Verfassungsschutzbehörden als rechtsextrem eingestuft. Sie verbreite fremden- und islamfeindliche Positionen und sehe europäische Identitäten durch Migration und eine angebliche «Islamisierung» bedroht. Ihre Ideologie beruht auf dem sogenannten Ethnopluralismus: Menschen sollen demnach nach Herkunft und Kultur getrennt leben.
Martin Pfister: «Sie waren informiert»
Der Fall beschäftigt nun auch Bundesbern, wie Le Nouvelliste berichtet. Nationalrat Emmanuel Amoos (SP) fragte den Bundesrat, ob das Bundesamt für Polizei (fedpol) und der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) über die Anwesenheit der Gruppe informiert gewesen seien.
Zunächst gab Bundesrat Martin Pfister keine direkte Antwort. Er erinnerte unter anderem daran, dass fedpol auf Antrag des NDB oder der Kantone ein Einreiseverbot verhängen könne. Doch der Nationalrat Amoos (SP) hakte nach: «Wäre es nicht einfacher, die Fragen so zu beantworten, wie sie gestellt sind?» Pfister bestätigte schlussendlich: «Sie waren informiert.»
Die Bundesbehörden wussten somit von der Anwesenheit der Gruppe. Aufgrund der vorliegenden Informationen bleibt jedoch unklar, welche Massnahmen sie erwogen oder ergriffen haben und wann sie informiert wurden.
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Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
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