Game-Hit aus Schaffhausen – Schweizer Erfolgs-Game «Transport Fever» geht in die dritte Runde

Wer am Morgen auf der Autobahn im Stau oder im übervollen Zugwagen steht, mag sich schon bei dem Gedanken ertappt haben, das doch wohl selber besser organisieren zu können. Im Game «Transport Fever 3» kann man genau das beweisen: ein komplexes Transportnetzwerk aufbauen und so organisieren, dass alle zufrieden sind.
Transport in allen Facetten
Wir sehen eine Landschaft mit Dörfern, Flüssen und Wäldern vor uns, aus der Vogelperspektive. Darin bauen wir nun Strassen und Lagerhäuser, richten Bus-Linien ein, sagen Lastwagen, was sie wohin bringen sollen, planen Tram- und Zug-Verbindungen, bauen Häfen für Schiffe oder Flugzeuge. Wenn nötig bis ins kleinste Detail: An einer Kreuzung können wir etwa selber Rot- und Grünlichtphasen einstellen.
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Bild 1 von 5. Eine optimierte Kreuzung mit Tram und Autoverkehr. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 2 von 5. Tropische Landschaft und Ölplattform. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 3 von 5. Ein Busbahnhof im Zentrum. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 4 von 5. Dichtestress? Bildquelle: Urban Games.
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Bild 5 von 5. U-Bahn in Skandinavien. Bildquelle: Urban Games.
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Das Ziel ist, den Transport von Personen und Waren so gut wie möglich zu organisieren und das Netzwerk immer weiter auszubauen.
Das ist der Reiz des Genres «Wirtschafts-Simulation»: ein komplexes System erkunden, Zusammenhänge verstehen, herausfinden, wie man etwas am besten organisiert. Daraus entsteht dann unsere eigene kleine Welt, in der man jedes Dorf, jeden Bus und Zug kennt, und in der man seine eigenen, individuellen Geschichten erlebt.
Wie gut ist «Transport Fever 3»?
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Das Game kommuniziert gut, was es von uns erwartet. Eine Einführung bringt zu Beginn schrittweise die Grundmechanik des Spiels bei: Wie bauen wir eine Strasse, wie richten wir eine Linie ein, wie kaufen wir Fahrzeuge.
Verschiedene Szenarien führen durch die etwas komplexeren Zusammenhänge: In kürzeren, abgeschlossenen Geschichten verhelfen wir New Orleans zu einem gelungenen Mardi Gras oder einem kleinen Dorf dabei, ein Woodstock-ähnliches Musikfestival zu organisieren.
Die vielen verschiedenen Möglichkeiten, etwas zu bauen oder zu organisieren, machen das Game komplex genug, dass es auch bei viel Spielzeit nicht langweilig wird.
Wenn Probleme auftauchen (beispielsweise zu viele unzufriedene Passagiere in einer Stadt oder ein Dorf, das kaum wächst), bietet das Spiel genug Informationen an, die uns ermöglichen, die Situation zu analysieren und selbständig auf Verbesserungsmöglichkeiten zu stossen.
Der Vorgänger «Transport Fever 2» hat sich über zwei Millionen mal verkauft. Das ist für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlich. Nur ein anderes heimisches Game dringt regelmässig in diese Sphären vor: «Farming Simulator» von Giants aus Schlieren, dessen letzte Version fünf Millionen mal verkauft wurde und lange in einer eigenen Liga spielte.
Mit der «Transport Fever»-Reihe gibt es nun ein weiteres Game aus der Schweiz, das mithalten kann.
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Bild 1 von 7. Die Übersicht einer Stadt und den Transportrouten. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 2 von 7. Wo sind Passagiere unzufrieden und warum? Bildquelle: Urban Games.
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Bild 3 von 7. Was macht wie viel Lärm? Bildquelle: Urban Games.
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Bild 4 von 7. Eine schöne Brücke konstruieren. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 5 von 7. Auf- und Abfahrten einer Autobahn gestalten. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 6 von 7. Die Grün- und Rotphasen einer Kreuzung organisieren. Bildquelle: Urban Games.
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Bild 7 von 7. Den alten Bus ersetzen. Bildquelle: Urban Games.
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«Transport Fever 3» ist das vierte Game von Urban Games aus Schaffhausen. Das erste erschien 2014, noch auf Züge beschränkt und folglich unter dem Titel «Train Fever». Der um mehr Fahrzeuge erweiterte Nachfolger «Transport Fever» und später «Transport Fever 2» waren im Wesentlichen immer das gleiche Game, aber jedes mal grösser und komplexer, mit mehr Möglichkeiten für die Spielenden. Und: Jede neue Version verkaufte sich deutlich besser als der Vorgänger – das bestehende Publikum konnte also jedesmal erweitert werden. Entsprechend wird nun auch von «Transport Fever 3» erwartet, Millionen zu verkaufen.
Das Erfolgsrezept?
Dieser Erfolg ist umso erstaunlicher, da in den Anfängen des Studios kaum jemand daran glaubte – ausser den Gründern von Urban Games selbst, den Brüdern Basil und Urban Weber. Vielen (einschliesslich des Autors dieser Zeilen) schien die Spielidee von «Train Fever» viel zu komplex für ein Zwei-Mann-Team ohne Erfahrung im Game-Design.
Basil Weber beschreibt im Interview, wie er als Kind «Transport Tycoon» spielte – ein enorm einflussreiches Game des Schotten Chris Sawyer, das als dessen Meisterwerk gilt. Und dass Weber schon mit zwölf Jahren den Plan fasste, einmal eine bessere Version des Vorbilds auf den Markt zu bringen.
Dieses Ziel verfolgte er mit seinem Bruder, ohne sich je ablenken oder beirren zu lassen. Ausserdem schaue Urban Games sehr genau auf den Markt und das Feedback der Spielenden, um das Game nicht nur aus der Sicht der Game-Designer zu entwickeln, sondern auch zu verstehen, was sich das Publikum wünscht. Gerade bei kleineren Studios ist dieser Fokus auf gezielter, markttauglicher Produkt-Entwicklung eher selten und trug wohl zum Erfolg bei.
«Transport Fever 3» ist für PC, Playstation 5 und Xbox X/S erhältlich.
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