Doppelt so viele fragen bei Symptomen den KI-Chatbot

- Laut der neuen CSS-Gesundheitsstudie nutzen 42 Prozent der Menschen in der Schweiz KI-Chatbots bei Krankheitssymptomen.
- Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr; bei jungen Erwachsenen sind es sogar 62 Prozent.
- Insgesamt fühlen sich die Menschen wieder gesünder, und 78 Prozent wollen mehr Prävention.
Wie gesund ist die Schweiz – und wie gesund oder krank fühlt sie sich, und wieso? Diese Fragen beleuchtet seit 2020 die Gesundheitsstudie der Krankenkasse CSS (siehe unten). Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der neuesten Ausgabe:
Kranksein und Wohlbefinden
Die Menschen fühlen sich wieder gesünder
Seit der Corona-Pandemie war ein leichter Abwärtstrend auszumachen, der jetzt gebrochen wurde. Zwei Drittel der Befragten geben an, sich sehr gesund oder gesund zu fühlen, ein Drittel eher angeschlagen oder krank. Das Niveau von 2020 (rund drei Viertel) ist aber noch nicht wieder erreicht.
Medienkonsum belastet die Jungen
42 Prozent fühlen sich im Alltag eher durch körperliche Beschwerden belastet, 26 Prozent eher durch psychische. Das sind leicht mehr als im Vorjahr (23 Prozent). Als häufigste Belastungen werden Schlaf, Bewegung und beruflicher Stress genannt. Anders bei jungen Erwachsenen, die am häufigsten ihren Medienkonsum als gesundheitsbelastend wahrnehmen.
Künstliche Intelligenz
KI hat sich etabliert
Im letzten Jahr haben mit 42 Prozent doppelt so viele Menschen einen KI-Chatbot für die Selbstdiagnose bei Krankheitssymptomen genutzt wie im Vorjahr. Unter jungen Erwachsenen sind es sogar 62 Prozent.
Chatbots werden zu Vertrauenspersonen
Mehr als jede vierte psychisch angeschlagene Person hat im vergangenen Jahr einen KI-Chatbot genutzt, um sich unterstützen zu lassen, wenn es ihr emotional oder psychisch nicht gut ging. Bei den jungen Erwachsenen ist es von allen Befragten gar mehr als jede fünfte Person, deutlich mehr als im Schnitt der Bevölkerung.
Ernährung
Ernährung wird als ähnlich wichtig eingeschätzt wie Gene
Erstmals zählt die Ernährung laut den Befragten gleich häufig zu den wichtigsten Krankheitsfaktoren wie die genetische Veranlagung (je 59 Prozent). Bei der Ernährung steht neben dem Genuss (98 Prozent) die Gesundheit an zweiter Stelle (91 Prozent).
Bei Frust wird Süsses gegessen
Mehr als jede dritte Person denkt im Alltag an Essen, auch wenn sie gerade nicht hungrig ist. Jede zweite Person greift vermehrt zu Süssigkeiten, wenn es ihr nicht gut geht.
Nur wenige essen wie empfohlen
Die Schweizer Ernährungsempfehlungen stellen eine Herausforderung dar. Nur rund jede fünfte Person isst regelmässig die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse, Getreideprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen.
Gesundheit im Wandel
Der Ruf nach Gesundheitsförderung wird lauter
Fast die Hälfte findet, es gebe in der Schweiz zu wenige Massnahmen, um die Gesundheit zu fördern. So beurteilt die Bevölkerung vier konkrete Ansätze zur Eindämmung der steigenden Gesundheitskosten:
- Gesundheitsförderung und Prävention: 78 Prozent dafür
- Pauschale von 50 Franken für Notfallbesuch ohne ärztliche Zuweisung: 64 Prozent dafür
- Keine Vergütung mehr von Homöopathie durch die Grundversicherung: 47 Prozent dafür, 48 Prozent dagegen
- Erhöhung der Mindestfranchise von 300 auf 400 Franken: 54 Prozent dagegen
Das elektronische Gesundheitsdossier kommt gut an
Mehr als die Hälfte findet, die Digitalisierung schreite im Gesundheitswesen zu langsam voran. 71 Prozent bewerten die geplante Einführung des elektronischen Gesundheitsdossiers positiv.
Die Studie
Die CSS-Gesundheitsstudie wird seit 2020 vom Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Krankenkasse CSS durchgeführt, 2026 zum achten Mal. Befragt wurden zwischen dem 18. Juni und dem 9. Juli 2026 insgesamt 2459 Personen über das Online-Panel von Sotomo. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die sprachlich integrierte Bevölkerung ab 18 Jahren in der Deutschschweiz, der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz. Der Fehlerbereich liegt bei plus/minus 2 Prozentpunkten.
Fühlst du dich gesund?
Daniel Graf (dgr) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Leiter des Ressorts News und seit September 2023 Mitglied der Redaktionsleitung.
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