Weiterer Missbrauchsfall – Genfer soll Ehefrau betäubt und vergewaltigt haben

- Ein Mann aus dem Kanton Genf soll seine Ehefrau unter Drogen gesetzt und vergewaltigt haben, während sie bewusstlos war.
- Aufnahmen der Übergriffe soll er anschliessend mit anderen Männern in Online-Gruppen geteilt haben.
- Der Beschuldigte sitzt seit Mai 2025 in Untersuchungshaft.
Die Genfer Staatsanwaltschaft bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Eröffnung eines entsprechenden Strafverfahrens. Der Beschuldigte wohnt im Kanton Genf. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Ins Rollen gebracht wurde der Fall durch die kanadische Investigativjournalistin Avery Haines. In einem heute veröffentlichten Interview mit den Zeitungen von CH Media schilderte sie, wie sie auf den Mann gestossen war.
Bei Recherchen zu einem in Kanada wegen Vergewaltigung verurteilten Mann sei ihr in einem sozialen Netzwerk ein Profil aufgefallen, das dessen Videos kommentiert habe. Der Nutzer habe sich als Filmemacher bezeichnet und Ratschläge gegeben, wie Videos von Vergewaltigungen inszeniert werden könnten.
Kontakt über verschlüsselten Messenger
Haines nahm unter einem Vorwand Kontakt mit dem Mann auf und gab an, einen Mentor zu suchen. Anschliessend wechselten die beiden auf einen verschlüsselten Nachrichtendienst. In den Nachrichten habe der Mann seine Ehefrau extrem entmenschlichend beschrieben und davon gesprochen, sie zu einem «Spielzeug» zu machen, sagte Haines.
Durch weitere Recherchen stiess die Journalistin nach eigenen Angaben in sozialen Netzwerken auf ein Hochzeitsvideo. Sie identifizierte die Braut als jene bewusstlose Frau, die sie zuvor auf den Aufnahmen gesehen hatte. Daraufhin übergab sie ihre Erkenntnisse der Genfer Polizei. Einige Monate später sei sie über die Festnahme des Mannes informiert worden.
Ähnliche Fälle in Vergangenheit
Der Fall weist Parallelen zu einem laufenden Verfahren in Untersiggenthal AG auf. Dort wird der frühere SVP-Grossrat Patrick Frei beschuldigt, zwei Frauen, darunter eine Minderjährige, wiederholt unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Er befindet sich seit drei Jahren in Untersuchungshaft.
International grosse Aufmerksamkeit erhielt das Thema von Sexualdelikten an betäubten Opfern durch den Fall Gisèle Pelicot in Frankreich. Ihr damaliger Ehemann Dominique Pelicot hatte sie über Jahre hinweg betäubt und von Männern vergewaltigen lassen. Er wurde im Dezember 2024 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt.
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