Knast statt Gratis-Ferien – Schweizer (18 und 19) in Drogenfalle

- Zwei junge Männer aus dem Kanton Waadt wurden am Flughafen Phuket mit 16 Kilogramm Cannabis im Gepäck verhaftet.
- Sie waren über Snapchat angeworben worden – mit dem Versprechen einer bezahlten Thailand-Reise und 8000 Franken für den Transport von angeblichen iPhones.
- Einer konnte nach Zahlung von rund 18’000 Franken ausreisen, der andere sitzt in Thailand in Haft und wartet auf seinen Prozess.
Man hatte ihnen gesagt, es sei ganz einfach: zwei Wochen Ferien in Thailand – Flug, Hotel und Taschengeld inklusive. Bei der Abreise sollten sie lediglich Koffer aufgeben, angeblich gefüllt mit iPhones. Dafür winkten 8000 Franken.
Doch für zwei junge Männer aus dem Kanton Waadt endete die Reise in Handschellen. Statt Handys befanden sich 16 Kilogramm Cannabis in ihrem Gepäck, wie RTS berichtet.
Gepäck wird am Tag vor Abreise ausgetauscht
Auf das Angebot waren die 18 und 19 Jahre alten Freunde über Snapchat gestossen. Eine Anzeige versprach ihnen eine vollständig bezahlte Thailand-Reise sowie 600 Franken Taschengeld. Im Gegenzug sollten sie einen Koffer in die Schweiz bringen.
Am 13. Juli flogen die beiden nach Phuket, verbrachten ihre Ferien am Strand und auf dem Schiessstand. Einen Tag vor der Rückreise forderten ihre Kontaktpersonen sie auf, ihre Koffer an der Hotelrezeption abzugeben. Als sie diese später wieder abholten, war das Gepäck ausgetauscht worden. Verdacht schöpften die beiden offenbar nicht.
Für 18’000 kam einer von beiden frei
Am Flughafen von Phuket wurden plötzlich ihre Namen ausgerufen. Polizisten führten sie zur Zollkontrolle. In den Koffern fanden die Beamten mehrere Plastiksäcke mit insgesamt 16 Kilogramm Cannabis.
Einer der Waadtländer zahlte laut RTS zunächst eine Geldstrafe von 6300 Franken. Insgesamt habe er rund 18’000 Franken aufbringen müssen, um Thailand verlassen zu können, ohne dass die Angelegenheit einen Eintrag ins Strafregister nach sich zog.
18-Jähriger wartet auf Prozess
Sein 18-jähriger Freund hatte weniger Glück. Dessen Mutter konnte die für seine Freilassung verlangten rund 4000 Franken nicht rechtzeitig beschaffen. Er blieb in Thailand in Haft und wartet nun auf seinen Prozess, der in den kommenden Tagen beginnen soll.
Die beiden sind offenbar keine Einzelfälle. In den vergangenen Monaten wurden Hunderte französische und britische Staatsangehörige an Flughäfen in Bangkok und Hongkong mit Cannabis im Gepäck festgenommen. Viele erklärten laut der französischen Zeitung «Libération», sie seien unter dem Vorwand angeworben worden, Computerware zu transportieren.
Je nach Drogenmenge und Umständen drohen Haftstrafen von einem bis zu zehn Jahren.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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