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Monday, September 28, 2026

Marco Odermatt stösst Preisdebatte an: 170 Franken für ein WM-Ticket – wird Sport zum Luxus?

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Marco Odermatt stösst Preisdebatte an

170 Franken für ein WM-Ticket – wird Sport zum Luxus?

170 Franken für die Ski-WM, über 100 Franken fürs Eishockey und immer teurere Topspiele: Fans müssen für Live-Sport tiefer in die Tasche greifen. Sportökonom Christian Moesch erklärt, warum hinter der Entwicklung mehr steckt als nur die Teuerung.

Publiziert: vor 22 Minuten

Aktualisiert: vor 5 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Tickets für die Ski-WM 2027 in Crans-Montana kosten bis zu 170 Franken
  • Höhere Preise durch gestiegene Kosten und Statussymbol-Charakter von Live-Sport
  • Günstigere Alternativen: Plätze ab 20 Franken, Klubsport oft moderater
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Joël HahnRedaktor Sport

Marco Odermatt (28) sorgte mit einem Satz für Diskussionen. Die 170 Franken für ein Tribünenticket an der Ski-WM 2027 in Crans-Montana VS seien gerechtfertigt, sagte der Gesamtweltcupsieger. Vielen Fans dürfte dieser Betrag trotzdem hoch vorkommen. Denn wer heute einen grossen Sportanlass besucht, zahlt längst nicht nur den Eintritt – sondern oft auch für Anreise, Verpflegung und das ganze Drumherum.

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Die Frage dahinter ist grösser als ein einzelnes WM-Ticket: Wird Live-Sport langsam zum Luxusgut?

Zahlungsbereitschaft bestimmt den Preis

Dass viele Fans dieses Gefühl haben, kommt nicht von ungefähr. «Aus der Fansicht würde ich auf jeden Fall bestätigen, dass es teurer wird», sagt Sportökonom Christian Moesch von der Universität Bern. Für ihn greift es aber zu kurz, nur auf die Teuerung zu verweisen. «Spitzensport ist heute ein klassisches kommerzialisiertes Gut», erklärt er gegenüber Blick.

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Heisst: Nicht nur die Kosten bestimmen den Preis, sondern vor allem die Zahlungsbereitschaft. Oder einfacher gesagt: Wenn genügend Leute bereit sind, hohe Preise zu bezahlen, steigen die Ticketpreise.

«Das Produkt ist attraktiver geworden»

Moesch betont, dass Energie, Personal, Infrastruktur und Sicherheit zwar teurer geworden seien. «Aber die Ticketpreise sind nicht einfach proportional zu den Kosten gestiegen.» Vielmehr habe sich das Produkt verändert. Stadien und Zielräume seien trotz steigender Preise oft ausverkauft.

«Das Produkt ist attraktiver geworden», sagt Moesch. Dazu komme ein gesellschaftlicher Wandel. «Der wichtigste Grund ist, dass es zu einem Statussymbol für immer grössere Bevölkerungsschichten geworden ist.»

Es gehe längst nicht mehr nur um den Wettkampf. Wer an einer Ski-WM oder bei einem Finalspiel dabei sei, kaufe sich auch ein Erlebnis und zeige gleichzeitig, dass er dabei gewesen sei. Social Media verstärke diesen Effekt zusätzlich.

Besonders sichtbar wird das bei Grossanlässen wie der Ski-WM. In Crans-Montana kosteten die teuersten Tribünenplätze für die Herrenabfahrt in der ersten Verkaufsphase ab 170 Franken. Sophie Clivaz (37), Head of Marketing and Communication der Ski-WM Crans-Montana, sagt offen gegenüber Blick: «Die Tribünentickets für die heiss begehrten Rennen sind teuer. Das ist uns bewusst.» Gleichzeitig verweist sie darauf, dass die teuerste Tribüne nur einen Teil des Angebots ausmache. Es gebe auch Tickets für 65 Franken und Plätze entlang der Strecke ab 20 Franken.

Nicht jeder Sport verlangt gleich viel

Im Klubsport präsentiert sich die Situation etwas anders. Bruno Vollmer (59), Mitglied der Geschäftsleitung der ZSC Lions, verweist darauf, dass Einmal-Events nicht direkt mit einer Meisterschaft verglichen werden könnten. Beim Schweizer Meister kosten Einzelbillette zwischen 28 und 105 Franken. Ticketing mache inzwischen fast die Hälfte des Budgets aus. «Irgendwo ist die Schmerzgrenze da», sagt Vollmer. Man will den langjährigen Fan nicht verlieren.

Auch Dany Frank (49), Medienchef beim HC Kriens-Luzern, spricht von «sehr moderaten» Preisen. Trotz neuer Pilatus Arena und rund 20 Prozent höheren Eintrittspreisen habe es kaum Reklamationen gegeben. Eine vierköpfige Familie kann für rund 80 Franken ein Spiel besuchen.

«Fussball ist ein Ort, an dem alle zusammenkommen»

Spannend ist auch die Sicht der Fans. Adrian Werren (47) von der Fanarbeit Bern sagt, dass die Ticketpreise bei YB derzeit kein grosses Thema seien. «YB hat sehr faire Eintrittspreise», sagt er. Besonders die Saisonkarten seien im Vergleich zur Konkurrenz günstig. Diskussionen gebe es eher bei europäischen Spielen.

Werren verweist auf einen wichtigen Erfolg der Fans. Im Schweizer Fussball gilt eine Preisobergrenze für Gästetickets. Mehr als 25 Franken dürfen die Vereine nicht verlangen. «Das hat man mit recht viel Engagement aus der Fanszene hergebracht», sagt Werren.

Er warnt aber davor, nur auf den Ticketpreis zu schauen. «Oft ist die Gesamtrechnung das Problem.» Zugfahrt, Essen und Getränke kämen noch dazu. Gerade für Familien werde ein Matchbesuch schnell teuer. Dabei sei Fussball einer der letzten Orte, «an dem wirklich alle zusammenkommen».

Zwischen Volkssport und Premiumprodukt

Genau darin sieht auch Moesch einen Zielkonflikt. Einerseits wollen Vereine und Veranstalter wirtschaftlich erfolgreich sein. Andererseits lebt Sport von seiner Zugänglichkeit. «Es gibt eine Spannung zwischen Wirtschaftlichkeit und Zugänglichkeit», sagt der Sportökonom.

Noch ist die Schweiz nicht England, wo hohe Preise und die Kommerzialisierung viele traditionelle Fans aus den Stadien verdrängt haben. Doch die Entwicklung ist spürbar. Live-Sport ist längst mehr als nur Sport. Er ist Erlebnis, Event und für viele auch ein Stück Status.

Oder anders gesagt: Der Ball rollt noch für alle. Der Platz am Spielfeldrand kostet aber immer mehr.

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