Hitze bringt jetzt auch Junge und Sportliche auf den Notfall

- Jung und fit zu sein schützt nicht automatisch vor Hitzeerschöpfung, wie die aktuellen Spitalzahlen zeigen.
- Das Universitätsspital Basel behandelte zwischen Mitte Juni und Anfang August rund 7'500 hitzeassoziierte Notfälle, darunter auch junge und gesunde Personen.
- Das BAG empfiehlt, anstrengende Aktivitäten bei grosser Hitze zu vermeiden und nur in den kühleren Morgen- oder Abendstunden Sport zu treiben.
Wer jung und fit ist, steckt die Hitze schon weg? Nicht unbedingt. Die hohen Temperaturen bringen derzeit auch Menschen ins Spital, die nicht zur klassischen Risikogruppe gehören. Besonders Sport bei über 30 Grad sowie Alkohol oder andere Substanzen können dem Kreislauf zusetzen, wie «Nau» berichtet.
Das beobachten auch die Spitäler. «Selten sind es auch jüngere Menschen, die Sport machen oder Alkohol und Substanzen konsumieren, die bei uns behandelt werden müssen», sagt Caroline Johnson, Mediensprecherin des Universitätsspitals Basel, in einem Beitrag der «SRF-Tagesschau».
Alkohol belastet den Körper zusätzlich
Gerade bei Hitze kann Sport zum Problem werden. Beim Joggen, Fussballspielen oder intensiven Training versucht der Körper, sich durch Schwitzen abzukühlen und verliert dabei Flüssigkeit und Salze. Alkohol belastet ihn zusätzlich. Jung und gesund zu sein, schützt deshalb nicht automatisch vor Hitzeerschöpfung oder Kreislaufproblemen.
Was ist für dich die grösste Herausforderung bei starker Hitze?
Wie stark die Hitze die Spitäler beschäftigt, zeigt sich in Basel. Die Stadt hat in diesem Jahr bereits 45 Tage mit mindestens 30 Grad erlebt – so viele wie noch nie. Zwischen Mitte Juni und Anfang August habe das Universitätsspital Basel rund 7500 hitzeassoziierte Notfälle registriert, sagt Johnson gegenüber «SRF».
«Sie wussten nicht mehr, wo helfen und wo wehren»
Besonders gefährdet sind weiterhin ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Und auch andernorts spüren die Spitäler die Hitze. Das Universitätsspital Zürich meldete laut «Tages-Anzeiger» deutlich mehr Herz-Kreislauf-Notfälle. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch in Luzern, Bern und Baden.
«Unsere Leute haben nicht mehr gewusst, wo helfen und wo wehren», sagt Omar Gisler vom Kantonsspital Baden ebenfalls im Tagesschau-Beitrag von «SRF». In dieser Ausprägung habe man das in anderen Jahren nicht erlebt.
Auch ohne Durstgefühl genug Wasser trinken
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät, anstrengende körperliche Aktivitäten bei grosser Hitze zu vermeiden. Sport sollte in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zudem sollte man ausreichend trinken – auch ohne Durstgefühl.
Bei Schwindel, Übelkeit oder starker Müdigkeit sollte man sich an einen kühlen Ort begeben, hinlegen, den Körper kühlen und trinken. Bessert sich der Zustand nicht rasch, ist ärztliche Hilfe nötig.
Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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