Schutzwald unter Druck – Zaun für Schutzwald: Ein schweizweit einzigartiges Projekt

Oberhalb von Surrein in der Gemeinde Sumvitg erstreckt sich seit diesem Sommer ein Bauwerk der besonderen Art: Ein über zweieinhalb Kilometer langer Wildzaun umschliesst rund 25 Hektar Schutzwald. Das Projekt gilt schweizweit als einzigartig. Sein Ziel ist es, einen Wald zu retten, der das darunter liegende Dorf Surrein vor Naturgefahren schützen soll.
Von allein erholt sich dieser Wald nicht mehr.
Der Schutzwald Puzzastg erfüllt seine Schutzfunktion heute nur noch eingeschränkt. Über Jahrzehnte haben vor allem Wildschäden eine Verjüngung verhindert. Hinzu kommen instabile Böden und abgestorbene Bäume. Die Folge sind immer grössere Lücken im Baumbestand. Dadurch nimmt die Schutzwirkung gegen Lawinen, Steinschlag und Murgänge ab.
«Von allein erholt sich dieser Wald nicht mehr», sagt Beat Cadruvi, Förster der Gemeinde Surselva, gegenüber SRF. Besonders im oberen Bereich sei der Zustand kritisch. Viele ältere Bäume seien bereits stark geschädigt. Einige von ihnen hätten den Höhepunkt ihres Lebens längst überschritten und müssten in den kommenden Jahren ersetzt werden.
Ich hoffe, dass es anderswo nicht zu solchen Lösungen kommen muss.
Um dem Wald eine Zukunft zu geben, hat sich die Gemeinde für eine aussergewöhnliche Massnahme entschieden: einen 2.5 Meter hohen Wildzaun. Er soll Hirsche und andere Wildtiere davon abhalten, junge Bäume zu fressen oder zu beschädigen. Geplant wurde die Anlage von der Forstingenieurin Nora Zürcher-Gasser. Für sie war der Zaun die einzige realistische Möglichkeit, die Schutzfunktion des Waldes langfristig zu sichern.
Gleichzeitig betont Nora Zürcher-Gasser, dass der Zaun «kein Vorzeigeobjekt» für andere Regionen werden sollte. Die Anlage greife stark in die Landschaft ein. «Ich hoffe, dass es anderswo nicht zu solchen Lösungen kommen muss.»
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Bild 1 von 6. Ohne junge Bäume fehlt dem Schutzwald die Zukunft. Der Wildzaun soll dafür sorgen, dass sich der Bestand wieder erholen und seine Schutzwirkung langfristig stärken kann. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 6. Förster Beat Cadruvi ist entlang des neuen Wildzauns unterwegs. Auf der rund 25 Hektar grossen Fläche sollen in den nächsten Jahren mehr als 20’000 junge Bäume wachsen. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 6. Mit einer Höhe von 2.5 Metern hält der Zaun Hirsche und andere Wildtiere vom Schutzwald fern. So sollen junge Bäume künftig ungestört nachwachsen können. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 6. Der Schutzwald oberhalb von Surrein schützt das darunter liegende Siedlungsgebiet vor Naturgefahren wie Lawinen und Murgängen. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 6. Der Wildzaun gilt als schweizweit einzigartiges Projekt. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 6. Fachleute sehen im Wildzaun die einzige Möglichkeit, dem geschädigten Schutzwald die notwendige Erholung zu ermöglichen. Bildquelle: SRF.
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Der Bau des Zauns kostete rund 1.5 Millionen Franken. Den grössten Teil der Kosten trägt der Kanton Graubünden. Seit Juli ist die Anlage fertig gestellt. Nun beginnt die eigentliche Herausforderung: den Schutzwald wieder fit zu machen.
In den kommenden Jahren sollen mehr als 20’000 junge Bäume gepflanzt werden. Neben verschiedenen Tannenarten kommen auch Laubbäume zum Einsatz. Die ersten Setzlinge stehen bereits im Boden. Unterstützung erhält die Gemeinde unter anderem von Freiwilligen des Bergwaldprojekts. Die Stiftung engagiert sich für den Erhalt von Bergwäldern in der ganzen Schweiz.
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Bild 1 von 2. Fast ein halbes Jahr lang wurde am Wildzaun oberhalb von Surrein gebaut. Bildquelle: CANDINAS SA.
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Bild 2 von 2. Der steile Hang stellte die Bauarbeiten vor besondere Herausforderungen. Seit Ende Juli ist der Zaun geschlossen. Bildquelle: CANDINAS SA.
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Ob der Wildzaun den erhofften Erfolg bringt, wird sich erst über Jahrzehnte hinweg zeigen. Die ETH Zürich begleitet das Projekt deshalb wissenschaftlich und untersucht, wie sich der Schutzwald entwickelt, wenn das Wild fernbleibt.
Für Förster Beat Cadruvi ist die Richtung dennoch klar: «Mit Zaun haben wir sicher weniger Probleme als ohne.»
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Regionaljournal Graubünden, 12.10.2026, 17:30 Uhr ; kelk;gotl;brus
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