«Wenn meine Tochter mich lässt»: Stan fiebert Ski-Piste entgegen

- Stan Wawrinka (41) beendet seine Karriere mit einer 5:7-, 6:7-Niederlage gegen Jiri Lehecka in Basel.
- Nach dem Spiel vergiesst er im Platzinterview Tränen, spricht aber vom «perfekten Schluss».
- Im Winter will er mit Tochter Alexia wieder Ski fahren, vorher folgt am 19. Dezember eine Show-Exhibition in Genf.
Um exakt 23.01 Uhr Ortszeit dienstagabends findet die grosse Karriere von Stan Wawrinka (ATP 152) in der Basler St. Jakobshalle ihr Ende. In zwei Sätzen unterliegt der dreifache Grand-Slam-Champion dem Tschechen Jiri Lehecka (ATP 21) mit 5:7 und 6:7, ehe er bei dem Platzinterview ein paar Tränen vergiesst.
Von Wehmut ist beim Romand aber keine Spur. «Das ist für mich der perfekte Schluss», betont Wawrinka schon beim On-Court-Gespräch mit Moderator Marco Chiudinelli, ehe er auch hinterher an seiner finalen Pressekonferenz als aktiver Tennisspieler ähnliche Worte findet.
Standing Ovation bei der letzten Wawrinka-PK
«Es sind gerade gemischte Gefühle bei mir, aber tief im Innersten bin ich sehr glücklich», erklärt der 41-Jährige, kurz nachdem er von der anwesenden Journalistenrunde mit einer Standing Ovation für seine beeindruckende Laufbahn gewürdigt wurde.
«Wenn man Athlet ist, weiss man, dass dieser Tag einmal kommt. Das war ein ideales Ende hier in Basel mit diesem tollen Publikum», gibt Wawrinka zu Protokoll. Er habe in seinem Leben neben der harten Arbeit auch viel Glück gehabt und fühle sich privilegiert, derart lange als Tennisprofi aktiv gewesen zu sein. «Das hätte ich mir früher nie erträumt.»
Auf die Frage, was er denn als Tennis-Rentner vom Leben eines Profisportlers vermissen werde, schmunzelt der Romand: «Ich bin einer, der immer das Positive sucht, und habe dieses Leben immer geliebt. Es gibt eigentlich nichts Negatives in diesem Leben.»
Nun kann Stan endlich wieder Ski fahren
Wenn er doch etwas aufführen müsse, dann sei es womöglich das extrem viele Reisen, auf das er künftig ohne Probleme verzichten könne. Bis zu einer letzten Show-Exhibition am 19. Dezember in Genf werde er weiter versuchen, in Form zu bleiben und etwas Tennis zu spielen. Danach habe er für den Moment noch keine konkreten Pläne – ausser dass er sich wieder einer Leidenschaft widmen will, die er als Tennisprofi lange missen musste: dem Skifahren.
«Noch habe ich keine Ski zu Hause», lächelt Wawrinka, als ihn 20 Minuten auf seine Wintersport-Pläne anspricht. «Skifahren ist für euch vielleicht etwas ganz Simples, aber ich konnte das während meiner ganzen Karriere nicht machen. Diesen Winter werde ich wieder Ski fahren, wenn meine Tochter mich akzeptiert – werde ich mit ihr fahren und es geniessen.»
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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