«Trump ist auch mit günstigen Medikamenten nicht mehr zu helfen!»

Leser zum Pharma-Plan der USA
«Trump ist auch mit günstigen Medikamenten nicht mehr zu helfen!»
Donald Trump will gegen die hohen Medikamentenpreise in den USA vorgehen. Sein Plan könnte zur Folge haben, dass es etwa in der Schweiz zu massiven Teuerungen kommt. Bei vielen Leserinnen und Lesern läuten bei noch höheren Gesundheitskosten die Alarmglocken.
Publiziert: vor 28 Minuten
- Trump will US-Medikamentenpreise an 19 Tiefpreisländer koppeln
- Mit Androhungen von Zöllen setzt er auch Roche und Novartis unter Druck
- Leser sind gespalten, fürchten Teuerungen und appellieren an den Bund
Alessandro KälinRedaktor Community
Die Medikamente beim Arzt oder in der Apotheke um die Ecke könnten bald noch bedeutend teurer werden. Grund dafür ist US-Präsident Donald Trump, welcher der Pharmaindustrie die Stirn bieten will. Die USA haben auf der Welt die höchsten Medikamentenpreise. Um dem entgegenzuwirken, setzt der Republikaner auf die sogenannte «Most Favored Nation»-Politik.
Die Preise von Arzneimitteln in den USA sollen sich demnach an den Ländern orientieren, wo sie am günstigsten sind. Dafür würde man sich an den tiefsten Medikamentenpreisen in 19 Referenzländern ausrichten, darunter auch die Schweiz. Sollten sich die Pharmakonzerne nicht fügen, droht Trump ihnen mit massiven Zöllen. Das setzt auch die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis gewaltig unter Druck.
Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten könnte dies gewaltige Folgen haben. Je nach Fall lohnt es sich für die Konzerne, gewisse Arzneien in Tiefpreisländern nicht mehr anzubieten, sodass sie die Preise in den USA nicht drücken müssen. Will ein Land den Zugang sichern, muss es höhere Preise akzeptieren. In unserer Community sorgt die Pharmaoffensive für geteilte Meinungen.
«Gut, dass die USA sich gegen die Pharmaindustrie stellt»
Einige Leserinnen und Leser können Trumps Vorgehen gut nachvollziehen. Roger Aeppli ist einer von ihnen: «Gut, dass die USA sich gegen die Pharmaindustrie stellen. Denen geht es nicht ums Kompensieren, sondern nur um den Gewinn! Die neuen Regeln in den USA sind eine logische Konsequenz.» Mark Müller fragt: «Warum sollen amerikanische Bürger die teuersten Medikamentenpreise bezahlen? Verstehe, dass Trump das unfair findet.»
Auch Andreas Kohler bestärkt das Vorhaben: «Er hat recht, wenn er an die USA denkt. Die Schweiz sollte es genauso machen. Die Ungerechtigkeit der massiven Preisunterschiede kann nur so bekämpft werden.» Beat Schmidt hebt jedoch hervor: «Dass Trump die Preise senken will, ist bei den Gesundheitskosten verständlich. Aber das darf nicht auf Kosten anderer Länder geschehen. Es kann nicht sein, dass am Ende wir darunter leiden.
«Trump macht wieder alle anderen zu Sündenböcken»
Bei anderen ist die Kritik gross. Karl Sivred ist aufgebracht: «Als wären unsere Gesundheitskosten nicht schon hoch genug. In der Schweiz werden wir nur abgezockt!» Sandy Wohler fühlt sich betrogen: «Ich kann nicht noch mehr bezahlen! Bin jetzt schon am Anschlag.» Auch Veronika Leuthold schreibt: «So nicht, liebe Pharma. Wir bezahlen schon genug.»
Ralph Osterwalter befürchtet: «Bald zahlen wir wegen den USA durchs Band mehr für alles.» Ernst Amsler stellt sich quer: «Ich habe kein Interesse daran, den Amis ihre Medikamente zu finanzieren. Trump macht wieder alle anderen zu Sündenböcken. Absolut daneben!» Mathias Schäfer kommentiert: «Trump ist auch mit günstigen Medikamenten nicht mehr zu helfen.»
Unsere Community blickt zur Regierung
Eine letzte Lesergruppe fordert nun schnellstmöglich Konsequenzen. Martina Vila ist eine von ihnen: «Es ist dringend nötig, dass der Bundesrat endlich Rückgrat zeigt und für das eigene Land einsteht!» Auch René Seiffert schreibt etwa: «Einfach keine Medis mehr nach Amerika exportieren, mal schauen, wie sie dann angekrochen kommen.»
Roger Aeppli ist überzeugt, dass man zuerst bei der Pharmaindustrie ansetzen muss: «Um die Pharma im Land zu halten, nimmt man viel Rücksicht in Bern. Aber vielleicht sollte man endlich ein Machtwort sprechen.» Reinhard Deiss bläst ins selbe Horn: «Der Bund muss der Pharmalobby einen Riegel vorschieben! Wo steht unser Bundesrat in dieser Frage? Hinter dem Volk oder hinter den Lobbyisten?»
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