Supertalent auf vielen Velos – Anja Grossmann: Enttäuschung gross, Zukunft hell

«Irgendeinmal kann ich mit dem Rennen vielleicht happy sein und meine Learnings daraus ziehen. Aber momentan ist es sehr hart.» Die Enttäuschung bei Anja Grossmann nach Rang 4 im WM-Zeitfahren der Juniorinnen in Montreal ist verständlich: Nur 7 Hundertstel fehlten der 17-Jährigen nach 15:42 Minuten zum Podest.
Eine minim besser gefahrene Kurve, ein energischerer Tigersprung am Zielstrich, und es hätte vielleicht gereicht, analysiert die Luzernerin. «Aber ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe von der ersten Minute an gepusht und meine Leistung gebracht.»
Strasse, MTB, Cyclocross: Überall Erfolge
Gegenüber ihren Konkurrentinnen ist Grossmann «benachteiligt», denn sie kann sich weniger spezialisieren. Respektive sie will nicht, denn Grossmann ist in vielen Rad-Disziplinen top, ob auf der Strasse, auf dem Mountainbike oder im Radquer.
Gleich fünffache U19-Junioren-Schweizermeisterin in verschiedenen Disziplinen ist sie aktuell. Vor kurzem errang die einstige Kunstturnerin bei der Mountainbike-WM in Val di Sole überlegen Cross-Country-Gold bei den Juniorinnen.
Vertrag beim «Traum-Team»
Und diese Vielfalt will Grossmann vorerst beibehalten. Für 2027 hat sie einen Profivertrag beim World-Tour-Strassenteam FDJ United-Suez unterschrieben. Gleichzeitig kann sie im Specialized-Team auf dem Mountainbike weiterfahren. «FDJ unterstützt mich in allen drei Disziplinen und hat viel Verständnis.»
Dass die KV-Lernende ab dem kommenden Jahr in ihrem «Traum-Team» von Fahrerinnen wie Demi Vollering oder Kate Courtney wird lernen können, sei «unglaublich», blickt Grossmann mit Freude voraus.
Nächste Medaille im Strassenrennen?
Zunächst steht am Freitag in Montreal allerdings das WM-Strassenrennen der Juniorinnen an. «Ich kann mega zuversichtlich sein», sagt Grossmann. In dieser Disziplin hat sie ja schon im Vorjahr Bronze geholt.
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