Kippen die Demokraten das Electoral College?

US-Wahlsystem vor dem Aus
Kippen die Demokraten das Electoral College?
Die jüngsten Wahlsiege der Demokraten in mehreren US-Bundesstaaten könnten den Weg ebnen, das Electoral College bis 2028 durch eine landesweite Volkswahl zu ersetzen.
Publiziert: vor 12 Minuten
- Demokraten gewannen in fünf Swing States Gouverneursposten und beide Parlamentskammern am Dienstag
- Sie könnten das Electoral College vor der Wahl 2028 durch eine landesweite Volkswahl ersetzen
- Ob es dazu kommt, hängt von Staaten ab, Nevadas Gouverneur stellte sich früher gegen eine Volkswahl
Gabriel KnupferRedaktor News
Neues Wahlsystem für die USA? Die Siege der Demokraten in den einzelnen Bundesstaaten könnten den Weg zu einem neuen Wahlsystem in den USA ebnen. Konkret geht es um die Abschaffung des Electoral College (Wahlmännerkollegiums), welches traditionell den US-Präsidenten kürt, wie das Portal Axios berichtet.
Der Hintergrund: Die Demokraten räumten in fünf wichtigen Bundesstaaten ab. Sie halten nun Gouverneursposten und Parlamente in Pennsylvania, Michigan, Arizona, Wisconsin und Nevada. Das reicht rechnerisch, um das System bis 2028 auf eine reine Volkswahl umzustellen («popular vote»).
Bush und Trump gewannen dank Wahlleuten
Für die Demokraten wäre eine Abschaffung des Elektorensystems eine riesige Chance: Sowohl Al Gore (2000 gegen George W. Bush) als auch Hillary Clinton (2016 gegen Donald Trump) unterlagen trotz Stimmenmehrheit ihren republikanischen Gegnern. Nur die Wahlleute gaben dabei den Ausschlag für Bush und Trump.
Diese Möglichkeit existiert, weil die meisten Bundesstaaten alle Elektorenstimmen an den im Staat siegreichen Kandidaten vergeben, egal wie klein dessen Vorsprung war. Mehrere demokratische Bundesstaaten haben sich deshalb die Abschaffung des Systems zum Ziel gesetzt.
Nicht alle demokratischen Staaten profitieren
Nach der blauen Welle wäre eine Abschaffung des Electoral College ohne Verfassungsänderung möglich. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt indes von den einzelnen Staaten ab.
In der Vergangenheit stellte sich beispielsweise der damals demokratische Gouverneur von Nevada gegen eine Volkswahl, weil diese den Einfluss seines Staates bei der Präsidentschaftswahl verkleinert hätte.
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