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Tuesday, September 29, 2026

Steigende Krankenkassenprämien – Baume-Schneider: «Es braucht von allen einen positiven Beitrag»

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Die Krankenkassenprämien steigen 2027 im Durchschnitt um fünf Prozent. Für viele Haushalte bedeutet das erneut eine spürbare Mehrbelastung. Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider im Interview zu den wichtigsten Fragen rund um die steigenden Gesundheitskosten.

Elisabeth Baume-Schneider

SP-Bundesrätin

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Elisabeth Baume-Schneider ist seit 2023 Bundesrätin und seit Anfang 2024 Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI). Die Jurassierin wurde 1963 geboren und studierte Sozial-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der Universität Neuenburg. Von 2002 bis 2015 war die SP-Politikerin Mitglied der jurassischen Kantonsregierung. Von 2015 bis 2019 leitete sie die Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit in Lausanne. Ab Ende 2019 vertrat sie den Kanton Jura im Ständerat.

SRF: Frau Bundesrätin, Sie als Gesundheitsministerin: Was tun Sie eigentlich für Ihre Gesundheit?

Elisabeth Baume-Schneider: Ich gehe wandern, ich versuche, korrekt zu essen, trinke viel Wasser. Aber ja, es ist nicht immer einfach. Und ich habe eine gute Gesundheit.

Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr um 5 Prozent. Das heisst, eine vierköpfige durchschnittliche Familie wird über 15’000 Franken Prämien bezahlen müssen. Was sagen Sie der Familie?

Ich verstehe, dass es sehr viel ist. Und ich verstehe auch, dass es nicht jedes Jahr wieder fünf Prozent mehr sein kann. Aber man muss auch erklären, dass die Bevölkerung älter wird, dass wir bessere Möglichkeiten für Medikamente, für Pflege und Heilung haben, und das alles hat seinen Preis.

Der hauptsächliche Grund für die Prämien- und Kostensteigerung ist die Mengenausweitung, das heisst, es werden mehr Leistungen pro Kopf bezogen. Müssten die Leute also einfach weniger zum Arzt gehen?

Das ist nur ein Teil der Erklärung. Es ist nicht nur die Verantwortung der Patientinnen oder Patienten, sondern auch zum Beispiel der Ärzte.

In den Umfragen zeigt sich, dass die Eigenverantwortung wieder wichtiger wird. Wie können denn die Leute ihre Eigenverantwortung wahrnehmen?

Ich schätze es sehr, dass die Leute wieder mehr Verantwortung übernehmen wollen. Aber es ist das ganze System, das verantwortlich ist. Die Kantone, die Leistungserbringer, der Bund und die Patienten. Es braucht von allen einen positiven Beitrag.

Sie haben heute in der Medienkonferenz auch die Ärzte kritisiert. Zum Beispiel dafür, dass sie Medikamentenrabatte nicht weitergeben.

Ich kritisiere das nicht, ich fordere einfach auf, korrekt zu handeln. Wenn man einen Rabatt bekommt, ist das kein Problem. Aber man muss diesen Rabatt dann an die Krankenkasse und die Prämienzahler weitergeben.

Sie müssen aber auch selbstkritisch sein, weil Ihr Departement bei diesen Rabatten zu wenig kontrolliert hat.

Ja, das ist so. Das hat die Finanzkontrolle festgehalten. Da werden wir, zusammen mit den Krankenkassen, besser hinschauen.

Nächstes Jahr werden Sie wieder eine Medienkonferenz zu den Prämien machen. Dann wird zum ersten Mal die Auswirkung der einheitlichen Finanzierung der Gesundheitsleistungen spürbar werden. Heisst das weniger Prämienerhöhung? Oder vielleicht sogar eine Prämiensenkung?

Ich bin sicher, dass es einen spürbaren Effekt auf die Prämien haben wird. Aber ich kann auch nicht sagen, dass es eine Senkung geben wird. Ich glaube, dass es deutlich weniger als fünf Prozent Erhöhung sein wird.

Das Gespräch führte Urs Leuthard

Mehr dazu in «10 vor 10»

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Sendelogo der «10vor10»-Serie zu Hochhäusern

Mehr dazu sehen Sie heute Abend um 21:50 Uhr auf SRF 1 oder Play SRF.

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