1674, 1882, 1909 und nun 2026: Rekord-Tiefstand bei Stäfner Stein

- Die Gemeinde Stäfa hat die Jahreszahl 2026 in den Stäfner Stein im Zürichsee meisseln lassen.
- Der Stein ragt rund 400 Meter vom Ufer entfernt aus dem See, ältere Marken stammen von 1674, 1882 und 1909.
- Der Kanton musste die Inschrift bewilligen, weil er für das Gewässer zuständig ist.
Der tiefe Wasserstand des Zürichsees hat nun eine bleibende Spur hinterlassen: Am Montag wurde die Jahreszahl 2026 in den Stäfner Stein eingemeisselt. Der Stein ragt rund 400 Meter vom Ufer entfernt aus dem See.
Eine Steinmetzin machte sich im Auftrag der Gemeinde Stäfa mit Hammer und Meissel an die Arbeit. «Nicht jeden Tag steht man bei der Arbeit bis zur Hüfte im Zürichsee», schreibt die Gemeinde dazu auf Linkedin. «Und nicht jeden Tag hinterlässt man dabei Spuren, die möglicherweise Jahrhunderte überdauern.»
Reihe seit dem 17. Jahrhundert
Die neue Zahl reiht sich in eine lange Tradition ein. Auf dem Felsen sind bereits die Jahreszahlen 1674, 1882 und 1909 zu sehen – Jahre, in denen der Zürichsee ebenfalls wenig Wasser führte.
«Mit der neuen Inschrift wird die Geschichte des Stäfner Steins um ein weiteres Kapitel ergänzt», sagt Gemeindepräsidentin Claudia Hollenstein. Sie solle auch dazu anregen, «sich mit den Veränderungen des Zürichsees und seiner Umgebung auseinanderzusetzen». In Eigenregie durfte die Gemeinde nicht handeln: Für das Gewässer ist der Kanton zuständig, er musste die Inschrift bewilligen.
Insel wie zuletzt vor 117 Jahren
Rund um den Felsen liegt eine Untiefe, die seit diesem Sommer trocken liegt – ein kleines Eiland ist entstanden. Das kam in der Geschichte praktisch noch nie vor. Zuletzt geschah es im Frühling 1909, als die Insel rund 119 Meter lang und bis zu 27,5 Meter breit war und ebenfalls Neugierige anlockte.
Damals lag der Pegel bei 405,24 Metern über Meer. Exakt dieses Niveau erreichte der Zürichsee am 8. Oktober wieder. Allerdings mit einem Unterschied: 1909 war der Wasserstand noch nicht reguliert. Das geschieht seit 1951 beim Lettenwehr in Zürich.
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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