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Friday, October 16, 2026

«Wie eine Rakete»: Häftling gelingt Flucht vor der Polizei

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  • Die Kantonspolizei Zürich fahndet weiter nach einem 49-jährigen Häftling, der in Uster entwichen ist.
  • Der Italiener floh am Donnerstagnachmittag nach einem Besuch im Spital Uster vor zwei Beamtinnen.
  • Laut Polizei besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, die Umstände der Flucht werden untersucht.

Was sich am Donnerstagnachmittag vor dem Spital Uster abspielt, wird Luka (20) so schnell nicht vergessen: Als zwei Polizeibeamtinnen einen Häftling zu einem Polizeifahrzeug begleiten, reisst sich dieser plötzlich los und rennt davon. Der Ustermer beobachtet die Szene aus nächster Nähe. «So etwas habe ich noch nie erlebt und auch noch nie gehört – es war wirklich wie aus einem Actionfilm», sagt er gegenüber 20 Minuten.

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Vorfall: «Gestern Nachmittag entwich ein Gefängnisinsasse nach einer Vorführung im Spital Uster,» wie es auf Anfrage heisst. Dabei soll der Häftling Symptome vorgetäuscht haben.

Flüchtiger Häftling «wirkte zunächst körperlich schwach»

Für News-Scout Luka habe der Tag zunächst ganz normal begonnen: «Ich ging in die Unibibliothek, um zu lernen, und wollte am Nachmittag meine Mutter im Spital besuchen.» Bereits bei seiner Ankunft sei ihm ein Polizeiwagen vor dem Spital aufgefallen. «Ich dachte mir, dass das komisch ist. Gleichzeitig ist es aber auch nichts Aussergewöhnliches.»

Im Spital seien ihm dann weitere Polizeibeamte aufgefallen. «Mein Vater meinte daraufhin, dass ein Insasse vor Ort sei, der in den Hungerstreik getreten sei.» Tatsächlich habe der Mann auf Luka sehr geschwächt gewirkt: «Er hatte einen sehr langsamen und unkoordinierten Gang», berichtet Luka. Zudem habe der Mann den Anschein gemacht, als müsse er sich zur Unterstützung an den Beamten festhalten. «Doch das war natürlich alles nur ein Schauspiel», mutmasst Luka.

«Wie eine Rakete» davongerannt

Die Wende folgt gegen 15.30 Uhr, als sich Luka auf den Heimweg macht. Kaum habe er sich am Empfang verabschiedet, sei von draussen plötzlich lautes Geschrei zu hören gewesen: «Bleiben Sie stehen, bleiben Sie stehen!», sollen die Einsatzkräfte gerufen haben. In diesem Moment habe sich der Mann losgerissen und sei «wie eine Rakete» davongerannt, erinnert sich der 20-Jährige.

Zur Flucht sei es gekommen, während eine Polizistin die Tür des Polizeiautos geöffnet und eine andere den Mann festgehalten habe. Unmittelbar danach sei die Fahndung aufgenommen worden. Innerhalb von fünf bis zehn Minuten seien mehrere Polizeiautos sowie Polizisten in Zivil in der Umgebung des Spitals unterwegs gewesen. «Ich sah selbst, wie sie einem Hund seine Bettdecke zum Riechen gaben und ihn anschliessend losschickten», erzählt Luka.

Angst habe er persönlich keine gehabt. Dennoch findet der Student: «So etwas dürfte eigentlich nicht passieren.»

Trotz des Vorfalls hat News-Scout Luka persönlich keine Angst. Er findet jedoch, dass der Polizei eine solche Flucht nicht passieren dürfte.

Trotz des Vorfalls hat News-Scout Luka persönlich keine Angst. Er findet jedoch, dass der Polizei eine solche Flucht nicht passieren dürfte.Kantonspolizei Zürich

Polizei bestätigt laufende Fahndung

Lukas Beobachtung täuscht ihn nicht: «Gestern Nachmittag entwich ein Gefängnisinsasse nach einer Vorführung im Spital Uster», bestätigt die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Bei dem Flüchtigen handelt es sich laut Polizei um einen 49-jährigen Italiener. Er war wegen des Verdachts auf Vermögensdelikte inhaftiert worden. Die Fahndung nach ihm läuft weiterhin.

Wie es zur Flucht kommen konnte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung. Gemäss Polizei besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.

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Josephine Schertenleib

Josephine Schertenleib (jos), Jahrgang 2001, arbeitet seit September 2024 für 20 Minuten und ist Teil des Regionen-Teams.

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