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Friday, October 23, 2026

Kampf gegen Wolf und für Weinbranche: So tickt Franz Ruppen

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  • Der Walliser SVP-Staatsrat Franz Ruppen (55) kandidiert für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin.
  • Die SVP Oberwallis präsentierte kurz vor Fristablauf überraschend zwei Kandidaten: Ruppen und Nationalrat Michael Graber.
  • Ruppen forderte als Nationalrat die Ausrottung des Wolfs in der Schweiz. Über sein Privatleben ist kaum etwas bekannt.

Esther Friedli galt als Kronfavoritin, nahm sich aber früh aus dem Rennen für die Nachfolge von Guy Parmelin. Bei ihrem Rückzug hob sie den Walliser Staatsrat Franz Ruppen auf den Schild. Als der 55-Jährige am Freitag seine Kandidatur verkündete, erzählte er, dass dieser Auftritt von Friedli alles ins Rollen brachte: «Ich erhielt danach viele Anfragen und spürte viel Unterstützung.»

Dennoch müsse so ein Entscheid wohlüberlegt sein: «Es geht hier nicht um die Frage, ob man zum Mittagessen – das kann ich als Walliser sagen – ein Glas Rotwein oder ein Glas Weisswein trinkt.» Als Bundesrat müsse man teamfähig sein, aber auch führungsstark. Das Privatleben sei eingeschränkt, der Alltag durchgetaktet: «Diese Erfahrung mache ich bereits als Staatsrat», erzählt der Single-Mann.

Eine Überraschung war seine Kandidatur trotzdem. Denn am Freitag, kurz vor Ablauf der parteiinternen Bewerbungsfrist, präsentierte die SVP Oberwallis nicht einen, sondern gleich zwei Kandidaten aus dem Bergkanton: SVP-Nationalrat Michael Graber (hier liest du sein Porträt) und eben Staatsrat Franz Ruppen, der von 2015 bis 2021 ebenfalls im Nationalrat politisierte, ehe er in die Kantonsregierung wechselte.

Doppelpack-Überraschung an der Medienkonferenz der SVP Oberwallis: Neben Staatsrat Franz Ruppen (links) wirft mit Nationalrat Michael Graber noch ein zweiter Oberwalliser seinen Hut in den Ring.

Doppelpack-Überraschung an der Medienkonferenz der SVP Oberwallis: Neben Staatsrat Franz Ruppen (links) wirft mit Nationalrat Michael Graber noch ein zweiter Oberwalliser seinen Hut in den Ring.20min/Dominic Forstenhauser

Anti-Städter und Wolfsfeind

Ruppen startete seine Polit-Karriere vor über 20 Jahren als Gemeinderat von Naters VS und Mitglied des kantonalen Parlaments. Weil er in die Walliser Regierung gewählt wurde, trat Ruppen vor fünf Jahren aus dem Nationalrat zurück. «Ich habe die klassische Ochsentour gemacht», fasste der Anwalt und Notar seine politische Laufbahn zusammen. Er sei bereit, sich mit aller Kraft in den Dienst des Landes zu stellen.

An der Medienkonferenz präsentierte er sich als Vertreter der Romandie, das Wallis sei mehrheitlich frankophon (wenn auch nicht das Oberwallis). Dabei stellte er gleich seine italienischen und französischen Sprachkenntnisse unter Beweis. Ein starker Antrieb, so Ruppen, sei auch die Vertretung der Berg- und Randgebiete: «Die Schweiz besteht aus Stadt und Land. Die ländlichen Gebiete dürfen nicht ins Hintertreffen geraten.» Es brauche einen Ausgleich, eine Diskussion auf Augenhöhe.

Was hältst du von einem Bundesrat aus dem Wallis?

National bekannt wurde Franz Ruppen vor allem als Wolfsgegner. Er forderte die Ausrottung des Wolfs in der Schweiz und reichte als Nationalrat diverse Vorstösse zum Thema ein. Weiter engagierte er sich auch für den Tourismus und die Weinbranche. Letztere habe er immer unterstützt, sagte er an der Medienkonferenz am Freitag. Zudem plädierte er für eine lockerere Auslegung des Zweitwohnungsgesetzes.

Vor zwei Jahren kam es zu einem heftigen Unwetter im Wallis mit Todesopfer. Nur wenige Wochen davor hatte die Regierung beschlossen, beim Hochwasserschutzprojekt für die Rhone auf die Bremse zu treten.
Als Umweltdirektor verteidigte er sich damit, dass die beschlossene Überarbeitung nicht bremse, sondern im Gegenteil die Umsetzung der Massnahmen beschleunigt werde.

Über das Privatleben des Wallisers ist kaum etwas bekannt. Er sei mit der Politik verheiratet, sagte Ruppen gegenüber SRF, als er 2015 für den Ständerat kandidierte.

Delia Bachmann

Delia Bachmann (dba), Jahrgang 1993, arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Als Redaktorin im Ressort Politik berichtet sie über das Geschehen in Bundesbern.

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