Blick-Leserin Claudia C.: «Wo das Kopftuch nicht freiwillig getragen wird, sehe ich Unterdrückung»
Blick-Leserin Claudia C.
«Wo das Kopftuch nicht freiwillig getragen wird, sehe ich Unterdrückung»
Im neuen Format «Community Voice» kommen unsere Leserinnen und Leser zu Wort. Claudia C. thematisiert in ihrem Kommentar das Kopftuch und denkt über den Einfluss familiären und gesellschaftlichen Drucks nach.
Publiziert: vor 25 Minuten
Aktualisiert: vor 16 Minuten
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Ich bin überzeugt, dass wir viel genauer hinschauen müssten, wie viele Mädchen ein Kopftuch tatsächlich aus völlig freien Stücken tragen würden, wenn sie ohne familiären, gesellschaftlichen oder religiösen Druck entscheiden könnten. Gerade junge Mädchen möchten dazugehören, mit ihren Freundinnen unbeschwert aufwachsen und dieselben Freiheiten geniessen.
Für mich stellt sich deshalb die Frage, wie frei eine Entscheidung tatsächlich ist, wenn Mädchen schon früh lernen, dass sie ihre Haare und ihren Körper bedecken sollen. Wo das Kopftuch nicht freiwillig getragen wird, sondern Ausdruck von Druck, Kontrolle oder einem traditionellen Rollenbild ist, sehe ich darin Unterdrückung – und das sollten wir auch so benennen dürfen.
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Diese Vorgaben begleiten Frauen durch den ganzen Alltag – in der Schule, bei der Arbeit, beim Sport oder beim Schwimmen. Gerade deshalb sollten wir den Mut haben, familiären oder religiösen Druck offen anzusprechen.
Für mich ist das keine Frage der Intoleranz, sondern der Gleichberechtigung. Frauen und Mädchen sollen dieselben Freiheiten haben wie Männer und Knaben – ohne Zwang, ohne Druck und ohne unterschiedliche Massstäbe.
Solche Vorstellungen von der Rolle der Frau brauchen wir in der Schweiz nicht. Toleranz darf nicht bedeuten, dass wir bei der Freiheit und Gleichberechtigung von Frauen wegschauen.
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