«Ruhe in Frieden»: 550 Jahre alte Attraktion gibt es nicht mehr

Eines der bekanntesten Naturdenkmäler Hawaiis gibt es nicht mehr. Wie der National Park Service am Donnerstag bestätigte, ist der Hōlei Sea Arch eingestürzt. Der Felsbogen aus Lavagestein war rund 27 Meter hoch und stand am Ende der Chain of Craters Road auf Big Island. Für viele, die die Vulkanlandschaft an der Küste erkundeten, war er ein fester Halt.
Wann genau er eingestürzt ist, weiss niemand. Am 23. September stand der Bogen noch. Danach wurde der Park wegen des Tropensturms Nolo vorübergehend geschlossen. Als er am 28. September wieder öffnete, war das Wahrzeichen verschwunden. «Ja, es stimmt. Ruhe in Frieden, Hōlei Sea Arch», schrieb der Park auf Social Media und veröffentlichte Vorher-nachher-Fotos.
Schon länger Anzeichen von Instabilität
Ganz überraschend kommt der Einsturz nicht. Die Küste rund um den Bogen zeigte schon länger Anzeichen von Instabilität. Erdbeben während des Kīlauea-Ausbruchs 2018 beschädigten die Klippen. Im Januar 2020 schloss der Park wegen neuer Risse den ursprünglichen Aussichtspunkt, im März wurde ein neuer weiter von der Kante entfernt eröffnet. Im selben Jahr brach die Brandung des Tropensturms Darby zudem einen Gesteinsbrocken aus dem unteren Teil des Bogens.

Wegen des herannahenden Hurrikans Nolo hatte das US-Hurrikanzentrum NHC vor «katastrophalen» Überschwemmungen auf Hawaii gewarnt. Auf der Hauptinsel Big Island waren am Samstag bis zu 76 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet worden, wie das NHC erklärte. Es drohten lebensbedrohliche Sturzfluten und Erdrutsche.
Unbedingt Abstand zu Klippenkanten halten
Der Bogen entstand vor rund 550 Jahren, als Lava eines Ausbruchs auf den Ozean traf. Über Jahrhunderte höhlten die Wellen das erstarrte Gestein aus. Dabei wird weicheres Gestein schneller abgetragen als härteres, Fachleute sprechen von differenzieller Erosion. Dass der Bogen irgendwann nachgeben würde, war dem Park bewusst: «Auch wenn sie mächtig und dauerhaft erscheinen mögen, sind einzelne Felsbögen vergängliche Merkmale der sich ständig verändernden Küstenlinie der Insel», heisst es in den Informationsmaterialien.
Trotzdem zeigen Fotos auf Social Media Menschen, die den gesperrten Bereich beim ehemaligen Standort betreten. Damit bringen sie sich und die Einsatzkräfte in Gefahr, denn die Klippen fallen senkrecht ins Meer ab. Laut Park können sie jederzeit und ohne Vorwarnung einstürzen. Besucherinnen und Besucher sollen deshalb unbedingt Abstand zu Klippenkanten und gesperrten Zonen halten.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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