Schock für Walliser Fussballerinnen: Heimlich in Dusche gefilmt

- Beim FC Naters Oberwallis hat ein Unbekannter duschende Fussballerinnen durch ein Kabinenfenster gefilmt.
- Die betroffenen Spielerinnen haben Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Unbekannt.
- Der Verein hat Sichtschutzfolien angebracht; das Frauenteam nutzt die betroffene Garderobe vorerst nicht mehr.
Anfang des Jahres sorgte die gerichtliche Verurteilung eines Schweizer Schiedsrichters für grosse Schlagzeilen, nachdem der Mann beim SCR Altach im grenznahen Österreich heimlich Kameras in der Umkleide des Frauenteams installiert hatte. Nun gibt es auch im Kanton Wallis beim Seniorinnen-Team des FC Naters Oberwallis (Frauen ab 28 Jahren) einen Spanner-Skandal, wie der «Walliser Bote» berichtet.
Nach dem Training begeben sich die Fussballerinnen in die Kabine und in der Folge unter die Dusche, wo eine Spielerin etwas Aussergewöhnliches feststellt. An einem kleinen Fenster zur Dusche sieht sie eine Hand, die ein Handy hält und offenbar von aussen durch das Fenster in die Garderobe filmt.
Unbekannter filmte Frauenkabine beim FC Naters Oberwallis
Die Spielerinnen reagieren umgehend und gehen nach draussen. Zu diesem Zeitpunkt ist die unbekannte Person jedoch bereits verschwunden. Gegenüber dem «Walliser Boten» bestätigen mehrere Quellen den besagten Vorfall, der mittlerweile auch vom FC Naters Oberwallis bestätigt wird. Der Verein habe unterdessen auch intern ein Communiqué versendet.

In der Stellungnahme des FC Naters Oberwallis lässt der Amateurclub verlauten, es sei aktuell unklar, ob und welche Bild- oder Videoaufnahmen noch vorhanden sind und ob solche weiterverbreitet wurden. «Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst», betont Vereinsmediensprecher Johnny Schalbetter gegenüber dem «Walliser Boten».
Der Club verurteilt den «schweren Eingriff in die Privatsphäre» aufs Schärfste. Den betroffenen Frauen gelte die volle Unterstützung. «Ihr Schutz und ihre Wünsche haben bei sämtlichen weiteren Schritten höchste Priorität.»
Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Als erste Sofortmassnahme hat der Verein inzwischen Sichtschutzfolien bei den betroffenen Fenstern angebracht. Weitere Massnahmen würden derzeit gemeinsam mit der Gemeinde Naters geprüft, der die Sportanlage gehört. Das Frauenteam verzichtet vorerst auf eine weitere Nutzung der betroffenen Garderobe. «Es kann nicht sein, dass so etwas passiert und die Frauen beim nächsten Training wieder in derselben Kabine sein müssen, solange man dort hineinsehen kann», betont Schalbetter.
Während beim FC Naters Oberwallis weitere interne Abklärungen vorgenommen werden, ermittelt mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft. Die betroffenen Frauen haben bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. «Wir tolerieren das nicht», stellt Schalbetter klar. Es sei wünschenswert, dass man herausfinden würde, wer der Täter gewesen sei. Wegen der vielen Menschen, die an jenem Abend wegen eines Open-Air-Festivals in der Nähe waren, sei dies aber fraglich.
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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