«Selenski hat auf dem Schlachtfeld keine Pause verdient»

- Russlands Aussenminister Sergei Lawrow wirft dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vor, eine Feuerpause nur zur Stärkung seiner Streitkräfte nutzen zu wollen.
- Der Kreml bestätigt keine Einigung über eine von Trump angekündigte Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine.
- Selenski erklärte, die Ukraine sei zu einem Verzicht auf Angriffe bereit – unter der Bedingung, dass Russland dasselbe tue.
Russlands Aussenminister Sergei Lawrow hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vorgeworfen, eine Feuerpause lediglich zur Stärkung seiner Streitkräfte nutzen zu wollen. «Selenski hat auf dem Schlachtfeld keine Pause verdient», erklärte Lawrow am Montag in Moskau.
Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, äusserte sich Lawrow bei einer Medienkonferenz mit seinem libanesischen Amtskollegen Youssef Rajji. Dabei wurde er auf eine mögliche Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine angesprochen, gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen einzustellen.
Lawrow wirft Selenski taktisches Manöver vor
Lawrow behauptete, Selenski wolle jede diplomatische Initiative nutzen, um eine Pause bei den Kämpfen zu erreichen. Diese würde der Ukraine nach seiner Darstellung ermöglichen, ihre Streitkräfte neu aufzustellen.
Der russische Aussenminister verwies dabei auf mögliche Präsidentschaftswahlen in der Ukraine. Selenski wolle dafür angeblich zwei Monate Zeit gewinnen. In dieser Zeit könnten europäische Staaten die ukrainische Armee mit weiteren Waffen versorgen, so Lawrow weiter. Belege für diese Absichten legte er nicht vor.
Kreml bestätigt keine Energie-Waffenruhe
Hintergrund sind Äusserungen von US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Vereinbarung zum Schutz von Energieanlagen. Trump hatte zum wiederholten Mal behauptet, dass die Ukraine und Russland auf Angriffe auf den Energiesektor der jeweils anderen Kriegspartei verzichten würden.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dazu, dass die Kontakte zwischen den beteiligten Seiten weiterliefen. Sobald es etwas mitzuteilen gebe, werde der Kreml informieren. Eine Einigung über eine solche Waffenruhe bestätigte Moskau damit nicht.
Trump erhöht Druck auf die Ukraine
Trump hatte Selenski am Samstag vorgeworfen, amerikanische Forderungen nach einem Ende ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien ignoriert zu haben. Zudem forderte der US-Präsident öffentlich einen neuen ukrainischen Staatschef. Selenski habe mehrere Gelegenheiten verpasst, den Krieg zu beenden, behauptete Trump.
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Nach Angaben russischer Medien sollen US-Vertreter der Ukraine ausserdem mit einer Einstellung der Weitergabe von Geheimdienstinformationen gedroht haben, sollte Kiew seine Angriffe auf russische Raffinerien fortsetzen. Eine unabhängige Bestätigung dieser konkreten Drohung liegt nicht vor.
Selenski erklärte unterdessen, die Ukraine sei bereit, ihre Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen, sofern Moskau im Gegenzug ebenfalls auf solche Angriffe verzichte. Russland setzte seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur jedoch fort.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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