Zweite Wahl innert kurzer Zeit – Nach vier Monaten – Thuner Bevölkerung wählt bereits wieder

Warum wählt Thun bereits wieder? Der langjährige Stadtpräsident Raphael Lanz wurde im vergangenen Frühling in die Berner Kantonsregierung gewählt. Sein Posten musste daher ersetzt werden, weshalb die Thuner Stimmbevölkerung bereits im Juli an die Urne gebeten wurde – für Ersatzwahlen. Die nun anstehenden Wahlen Ende November sind geplante Wahlen, sogenannte Gesamterneuerungswahlen, bei denen die gesamte Thuner Regierung sowie das Parlament neu gewählt werden.
Grosses Gedränge um fünf Sitze: 14 Frauen und 13 Männer bewerben sich für einen Sitz in der fünfköpfigen Thuner Regierung, dem Gemeinderat. Darunter alle Bisherigen. Diese hohe Zahl an Kandidierenden ist für Thun nicht neu. Bereits vor vier Jahren waren es gleich viele Kandidierende.
Freie Bahn für Eveline Salzmann: Die SVP-Politikerin ist seit Juli Thuns neue Stadtpräsidentin. Sie setzte sich im zweiten Wahlgang durch und dürfte bei den Wahlen im November bestätigt werden. Eine Gegenkandidatur für die Gesamterneuerungswahlen ist nämlich nicht eingegangen. Der Gemeinderat wird sie in stiller Wahl für gewählt erklären unter der Voraussetzung, dass sie die Wiederwahl in den Gemeinderat schafft.
Wackelt der SP-Erfolg vom Sommer? Der erst im Juli neu gewählte SP-Gemeinderat Claudius Domeyer sitzt weniger fest im Sattel. Mit seinem Sieg bei der Ersatzwahl gewann Links-Grün die 2022 verlorene Mehrheit im Gemeinderat zurück. Nun greift die SVP, die den Sitz davor besetzt hatte, wieder an. Auch ihre Bündnispartnerin, die FDP, kämpft für einen Sitz. Und dann ist da noch die gewichtige Gruppierung der politischen Mitte, die sich zusammengeschlossen hat. GLP, EVP, EDU, Mitte und die Gruppe Parteilos treten auf einer Liste an mit dem Ziel, einen bis zwei Gemeinderatssitze zu holen.
Wohnungsnot im Fokus: In keiner anderen Schweizer Stadt gibt es so wenige leere Wohnungen wie in Thun. Die Leerwohnungsziffer liegt bei 0.08 Prozent. Deshalb will sich die bisherige SP-Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch bei einer Wiederwahl dafür einsetzen, die geplanten Wohnbauprojekte rasch umzusetzen. Auch der erst im Sommer neu gewählte SP-Gemeinderat Claudius Domeyer, der den frei gewordenen Gemeinderatssitz holte, will bei der Wohnungsnot anpacken. Wenn er wiedergewählt würde, möchte er die Kurzzeitvermietungen von Wohnungen regulieren.
Verkehr als Dauerbrenner: Der Stau in der Innenstadt und am rechten Thunerseeufer beschäftigt die Stadt seit Jahren. Der bisherige SVP-Gemeinderat Reto Schertenleib möchte bei einer Wiederwahl weiter die Veloinfrastruktur verbessern. Auch die bisherige Grüne Gemeinderätin Andrea de Meuron sieht die grössten Herausforderungen beim Verkehr. Vor allem rund um den Bahnhof möchte sie die Entwicklung im Falle einer Wiederwahl vorantreiben.
Alle Bisherigen wollen wieder ins Parlament: Bei den Wahlen für den Stadtrat mit 40 Sitzen gibt es drei grosse Listenverbindungen. Einerseits verbünden sich SVP, FDP und DA (Demokratische Alternative), andererseits treten SP, Grüne und die Jungen Grünen Thun gemeinsam an. Ein weiteres Bündnis bilden GLP, Mitte, die Liste der Parteilosen, EVP und EDU. Alle 40 bisherigen Mitglieder des Stadtrats kandidieren erneut.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 5.11.2026, 17:30 Uhr ; lana;ledn;brus
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