«Das Dorfleben geht kaputt»: SVP-Politiker wettert gegen Deutsche

- Der Zürcher SVP-Kantonsrat Domenik Ledergerber kritisiert in einer ProSieben-Reportage deutsche Einwanderer.
- Sie würden das Dorfleben kaputtmachen, Firmen stellten «billige Deutsche» ein und «entsorgten» teurere Schweizer.
- Ledergerber erwähnt auch eine Mauer um die Schweiz: «Niemand raus, niemand rein.»
Immer mehr Deutsche verlassen ihre Heimat. Die Schweiz ist dabei ein beliebtes Ziel. Doch nicht alle freuen sich über die Zuwanderung aus dem Norden. In einer neuen ProSieben-Reportage kritisiert der Zürcher SVP-Politiker Domenik Ledergerber die deutschen Einwanderer. «Das macht das Dorfleben kaputt, ihr bringt diese Mentalität nicht mit», sagt er gegenüber Reporter Jenke von Wilmsdorff.
Die Sendung «Jenke. Report» beschäftigt sich mit dem Auswanderungsboom in Deutschland. Im vergangenen Jahr verliessen rund 290’000 Deutsche das Land. Die meisten waren unter 40 Jahre alt und gut ausgebildet.
«Man holt einen billigen Deutschen»
Die Schweiz ist dabei das beliebteste Auswanderungsziel der Deutschen. Im vergangenen Jahr zogen laut Bundesamt für Statistik 26’434 Menschen aus Deutschland hierher.
In der Reportage trifft Jenke den SVP-Politiker Domenik Ledergerber. Der Kantonsrat aus der Goldküstengemeinde Herrliberg ZH kritisiert nicht nur die Auswirkungen der Zuwanderung auf das Dorfleben, sondern auch auf den Arbeitsmarkt. Unternehmen würden einen «billigen Deutschen» einstellen und dafür einen teureren Schweizer Arbeitnehmer «entsorgen», sagt Ledergerber.
Auch über eine «Abschottung der Schweiz» spricht der SVP-Politiker. Er erwähnt die Möglichkeit, eine Mauer um das Land zu bauen, bei der gelte: «Niemand raus, niemand rein.» Man friere die Schweiz im jetzigen Zustand ein. Das würde funktionieren, so Ledergerber. Den Beitrag findest du hier.
Schweiz lockt mit tieferen Abgaben
Ein wichtiger Grund für die Beliebtheit der Schweiz dürften auch die vergleichsweise tiefen Steuern und Sozialabgaben sein. Laut OECD liegt die gesamte Abgabenbelastung für alleinstehende Durchschnittsverdiener in Deutschland bei 49,3 Prozent. In der Schweiz bei lediglich 23 Prozent. Dabei sind auch die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber eingerechnet.
Allerdings kann schon der Wegzug aus Deutschland teuer werden. Wer beispielsweise Anteile an einer GmbH besitzt, muss unter Umständen eine sogenannte Wegzugssteuer bezahlen. Auch Selbstständige können von besonderen Steuerregeln betroffen sein.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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