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Monday, September 28, 2026

Nach jahrelangem Streit: Im Walliser Geister-Skigebiet fahren endlich die Bagger auf

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Nach jahrelangem Streit

Im Walliser Geister-Skigebiet fahren endlich die Bagger auf

Seit 2010 verfällt das Walliser Skigebiet Super Saint-Bernard. Die Gemeinde Bourg-Saint-Pierre VS will die stillgelegte Talstation jetzt abreissen. Die Kosten für den kompletten Rückbau werden auf 3 Millionen Franken geschätzt. Wer das bezahlt, ist noch unklar.

Publiziert: vor 6 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Das Skigebiet Super Saint-Bernard VS wurde 2010 wegen Geldmangels geschlossen
  • Der Abbruch der Talstation und des Restaurants wird bis 2027 geplant
  • Seit 2000 haben in der Schweiz 50 Skigebiete ihren Betrieb eingestellt
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Seit 16 Jahren stehen die Lifte still. Masten ragen verlassen in den Himmel, die Talstation verfällt, im ehemaligen Restaurant bröckelt der Putz von den Wänden. Das frühere Skigebiet Super Saint-Bernard VS ist zu einem riesigen Lost Place geworden. Die kultige Kulisse lockt Fans von verlassenen Orten aus der ganzen Schweiz an. Den letzten grossen Auftritt im Fernsehen hatte das alte Restaurant in der SRF-Serie «Tschugger».

2010 wurde das Skigebiet bei Bourg-Saint-Pierre geschlossen. Die Bergbahngesellschaft hätte rund 25 Millionen Franken investieren müssen, um die Anlagen zu erneuern. Das Geld fehlte. Seither prägen die Überreste die Landschaft. In der Bergstation auf 2775 Metern standen Jahre nach der Schliessung die silbernen Gondeln noch immer in Reih und Glied. Jetzt soll endlich ein Teil der Geisterstation verschwinden, wie der «Nouvelliste» berichtet.

Abbruch kostet 3 Millionen

Jahrelang wurde gestritten, wer den Abbruch der Anlagen bezahlen soll. Nun will die Gemeinde handeln. Zusammen mit einem privaten Partner sollen zuerst die Talstation und das Restaurant abgerissen werden. Gerade das verlassene Restaurant bereitet Sorgen: Trotz Absperrungen würden sich immer wieder Menschen hineinbegeben – das ist gefährlich.

Gemeindepräsident Gilbert Tornare hofft laut dem «Nouvelliste», dass der Abbruch spätestens bis Sommer 2027 über die Bühne geht. Er soll 300'000 bis 400'000 Franken kosten. Doch das grosse Problem bleibt: Der vollständige Rückbau des Walliser Geister-Skigebietes wird auf drei Millionen Franken geschätzt. Schon 2022 forderte das Bundesamt für Verkehr zunächst Bourg-Saint-Pierre auf, die Anlagen zu beseitigen. Es rückte aber wieder davon ab und wollte die ehemalige Betreibergesellschaft in die Pflicht nehmen.

50 Skigebiete sind verschwunden

Super Saint-Bernard war kein gewöhnliches Skigebiet. 1963 eröffnet, lag es oberhalb von Bourg-Saint-Pierre VS nahe der italienischen Grenze. Auf 2000 bis rund 2800 Metern bot es etwa 27 Pistenkilometer und machte sich vor allem bei Freeridern einen Namen. Eine Abfahrt führte sogar über die Grenze Richtung Italien. Die Höhenlage brachte viel Schnee und lange Saisons – gleichzeitig wurde der starke Wind zum grossen Problem: Immer wieder mussten die Lifte abgestellt werden. 2010 gabs dann keine Betriebsbewilligung mehr.

In der Schweiz verschwinden immer wieder Skigebiete. Seit der Jahrtausendwende haben 50 Skigebiete den Betrieb aufgegeben, wie eine Auswertung von Blick zeigt. Als Skigebiet zählen auch einzelne Dorflifte, solange diese nicht an ein Gebiet mit weiteren Schleppern, Gondeln oder Sesselliften angeschlossen sind. Die Recherche hat ergeben, dass mindestens 49 solcher Gebiete seit Anfang 2000 den Betrieb eingestellt haben.

Das heisst auch: Jedes sechste Gebiet ist in den letzten 25 Jahren von der Landkarte verschwunden. Der schleichende Niedergang im Wintersport liegt am geänderten Freizeitverhalten der Bevölkerung. Aber auch an den Geldproblemen zahlreicher Skigebiete. Die Betreiber kämpfen mit steigenden Fixkosten, weil sie immer mehr Beschneiungsanlagen für Kunstschnee brauchen. Jene Gebiete, die ihre Einnahmen nicht hochfahren können, rutschen in die roten Zahlen. Zuletzt hat Braunwald GL bekannt gegeben, die Pisten diese Saison nicht mehr zu präparieren.

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