Hohes Einkommen oder viel Vermögen: Was macht glücklicher?

- Eine neue deutsche Studie zeigt: Vermögen macht glücklicher als ein hohes Einkommen.
- Die Lebenszufriedenheit hängt doppelt so stark vom Vermögen ab wie vom Einkommen.
- Vermögende Menschen vertrauen anderen laut älteren Studien jedoch weniger und haben weniger enge Freunde.
Macht Geld glücklich? Eine neue Studie aus Deutschland zeigt: Wer ein finanzielles Polster hat, ist deutlich zufriedener mit seinem Leben. Das Einkommen spielt dabei eine kleinere Rolle als gedacht.
Ob Geld glücklich macht, ist in der Wissenschaft umstritten. Eine neue Studie geht der Frage nun über das Zusammenspiel von Einkommen und Vermögen nach. Das noch unveröffentlichte Papier liegt der «Wirtschafts Woche» exklusiv vor. Es ist Teil des Glücksatlas, einer jährlichen Erhebung der Süddeutschen Klassenlotterie zur Befindlichkeit der Deutschen. Die ganze Studie wird im November veröffentlicht.
Studienergebnis: Vermögen macht glücklicher
Für die Studie liess ein Team um den Freiburger Ökonomen Bernd Raffelhüschen 3700 Personen zwischen 18 und 71 Jahren vom Institut Ipsos befragen. Das Resultat: Auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) kommen Menschen mit Vermögen auf 7,23 Punkte. Jene ohne finanziellen Puffer erreichen 6,34 Punkte.
Was macht dich persönlich eher zufriedener: ein hohes Einkommen oder ein finanzielles Polster?
Die Lebenszufriedenheit hängt laut Umfrage etwa doppelt so stark vom Vermögen ab wie vom Einkommen. Wessen Haushalt mindestens 50'000 Euro (rund 46'500 Franken) besitzt, ist bei gleichem Einkommen im Schnitt 0,5 Punkte zufriedener. «Vermögen hält die Lebenszufriedenheit hoch, auch wenn das Einkommen gering ist – aber ein hohes Einkommen kann fehlendes Vermögen in der Wohlbefindensbilanz nicht ausgleichen», sagt Raffelhüschen gegenüber der «Wirtschafts Woche».
Vermögende Menschen haben weniger Freunde
Der Grund: Vermögen schützt vor Jobverlust und Einkommensausfällen und macht unabhängiger. Davon profitieren vor allem Männer. 48 Prozent von ihnen haben ein Haushaltsvermögen von über 50'000 Euro, bei den Frauen sind es nur 34 Prozent.
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Doch die Sache hat einen Haken: Laut älteren Studien vertrauen vermögende Personen anderen weniger. Zudem haben sie weniger enge Freunde. Das sind zwei Faktoren, die dem Glück am Ende durchaus schaden können.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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