Uri erhält erste Kunsteisbahn – Da war ein Hockeyclub, aber weit und breit kein Eis

Uri erhält erste Kunsteisbahn Da war ein Hockeyclub, aber weit und breit kein Eis
Der EHC Uri besteht seit 13 Jahren. Spielen musste er bislang stets ausserkantonal. Ein eigenes Eisfeld ändert dies nun.
Es klingt paradox. Da existiert in Uri seit Jahren ein Eishockeyverein. Doch fürs Training und die Meisterschaftsspiele muss die Mannschaft in den Nachbarkanton fahren – oder noch weiter. Denn: Ein eigenes Kunsteisfeld fehlt.
Exakt so erging es dem EHC Uri. Jedenfalls bis jetzt. Mitte November ereignet sich nämlich Historisches: Auf dem Sportplatz Holzboden in Spiringen weiht die Gemeinde ihre erste eigene Kunsteisbahn ein. Für Sportmuffel ein simples offenes Aussenfeld ohne jeglichen Schnickschnack. Für Urner Hockeyaner 56 mal 26 Meter Glück.
Für Markus Arnold, Präsident des EHC Uri, läutet die Anlage eine neue Ära ein. «Definitiv», sagt er. «Wir waren bislang wohl schweizweit der einzige Kanton, der kein eigenes Eisfeld hatte.»
Der EHC Uri ist seit 2013 aktiv. Gegründet wurde der Verein 1977 als HC Andermatt-Göschenen. Mangels Eisbahn konnte der EHC Uri bislang noch nie «daheim» trainieren. Auf dem Sportplatz Holzboden in Spiringen bestand zwar von 2004 bis 2024 eine Natureisbahn. Diese ermöglichte der Bevölkerung, selbst auf den Kufen unterwegs zu sein. Für die Trainings des Eishockeyvereins taugte die Anlage aber nicht. Zudem erschwerten die zunehmend wärmeren Winter einen verlässlichen Betrieb.
Den Schwung, den die Kunsteisbahn nun bringe, wolle der Club nutzen. «Wir wollen Uris attraktivster Sportverein werden und für Nachwuchstalente ein Sprungbrett sein.»
Aktive sind allesamt Quereinsteiger
Markus Arnold ist nicht nur Präsident des Eishockeyvereins. Er ist auch Goalie der ersten Mannschaft. Sportliche Ambitionen? Sie stehen beim Club, der in der untersten Liga spielt, bislang nicht im Vordergrund.
Aktiv bei uns mitzumachen, war bislang mit einer grossen Hürde verbunden.
Die Aktiven sind allesamt Quereinsteiger. Aber solche, die für ihre Leidenschaft keinen Aufwand scheuten. Fürs wöchentliche Training gings nach Seewen, Küssnacht, Engelberg oder Zug. Lange Fahrten und Trainings zu unpopulären Randzeiten inklusive. «Ein richtiges Daheim hatten wir nie.»
Unter diesen Rahmenbedingungen sei es harzig gewesen, Neumitglieder zu gewinnen. Arnold sagt: «Aktiv bei uns mitzumachen, war bislang mit einer grossen Hürde verbunden.»
50 Kinder stehen in den Startlöchern
Dank der neuen Kunsteisbahn trainiert der Urner Eishockeyclub künftig zweimal pro Woche, kann daheim Meisterschaftsspiele austragen – und vor allem eigenen Nachwuchs ausbilden. Darauf musste der EHC bis jetzt verzichten, da er Kindern keine ausserkantonalen Trainings zumuten konnte. «Nun können wir für Kinder und Jugendliche ein tolles Angebot schaffen», sagt Vereinspräsident Markus Arnold. Rund 50 Kinder stehen in den Startlöchern.
Wir investieren für dieses Projekt rund ein Drittel unseres Vereinsvermögens.
Der Verein will dem Nachwuchs den Einstieg so einfach wie möglich machen. Schnuppertrainings sind gratis, die Ausrüstung stellt der Verein für zehn Franken zur Verfügung. Für rund 20’000 Franken hat der EHC Uri das entsprechende Material angeschafft. Mit weiteren 25’000 Franken hat er sich am Bau der Kunsteisbahn beteiligt.
«Wir investieren für dieses Projekt rund ein Drittel unseres Vereinsvermögens», sagt Markus Arnold. «Wir hoffen, dass wir mit einer eigenen Nachwuchsabteilung auch die Konkurrenzfähigkeit unserer ersten Mannschaft steigern können.»
Ob die neue Kunsteisbahn den EHC Uri sportlich tatsächlich nach vorne bringt, wird sich erst noch zeigen müssen. Sicher ist aber schon heute: Die Voraussetzungen dafür waren noch nie so gut wie jetzt.
Die Kunsteisbahn auf dem Sportplatz Holzboden ist jeweils von Oktober bis Februar in Betrieb. Darauf sind zum einen Trainings und Meisterschaftsspiele des EHC Uri vorgesehen. Zum anderen steht das Kunsteisfeld aber auch für den öffentlichen Eislauf zur Verfügung.
Ende Februar werden das Mattensystem und die Banden demontiert. Danach wird Rasen angesät, damit der Platz wieder für Fussball, Volleyball und weitere Sportarten genutzt werden kann.
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