Gewerkschaften rufen zu landesweitem Generalstreik auf

- Spaniens grosse Gewerkschaftsbünde rufen für den 11. November zu einem landesweiten Generalstreik auf.
- Der Streik richtet sich gegen hohe Mieten, Wohnungsnot und unzureichenden Schutz vor Zwangsräumungen – nur 18 Tage vor der Neuwahl am 29. November.
- Der Arbeitgeberverband CEOE bezeichnet den Streik als «inakzeptabel» und stellt seine Rechtmässigkeit infrage.
Die grossen spanischen Gewerkschaftsbünde haben den 11. November als Termin des bereits angekündigten Generalstreiks für höhere Löhne und gegen die Wohnungskrise festgelegt. Dies sei auch mit den Mieterorganisationen abgesprochen worden, teilte der Gewerkschaftsbund UGT auf X mit. Der landesweite Ausstand soll damit nur 18 Tage vor der vom linken Regierungschef Pedro Sánchez für den 29. November angesetzten Neuwahl stattfinden.
«Für ordentlichen Lohn, für ein Dach über dem Kopf und dafür, dass die Preise aufhören, uns zu erdrücken», schrieb die CCOO auf der Plattform X, als sie am Montag den Streik ankündigte. Zuvor hatten konservative und rechtspopulistische Parteien im Parlament ein Massnahmenpaket der linken Regierung für mehr Mieterschutz abgelehnt.
Wohnungsnot wird zum Wahlkampfthema
Sánchez hatte die Neuwahl nach dem Scheitern seiner Mietdekrete im Parlament angekündigt. Seit die 87-jährige Maricarmen Abascal vor zwei Wochen von der Polizei zwangsweise aus ihrer Wohnung in Madrid geholt wurde, in der sie seit 70 Jahren gelebt hatte, demonstrieren Zehntausende immer wieder landesweit gegen hohe Mieten, fehlende Wohnungen und unzureichenden Schutz vor Zwangsräumungen. Am Mittwoch starb die Frau nach Angaben des Mieterbunds in einem Krankenhaus.
Die in Umfragen derzeit zurückliegenden Parteien der linken Koalitionsregierung hoffen, dass die Empörung vieler Bürger über die Lage auf dem Wohnungsmarkt ihnen doch noch zu einer Mehrheit verhelfen kann.
Arbeitgeberverband sprechen von «politischem Streik»
Der spanische Arbeitgeberverband CEOE bezeichnete den geplanten Streik als «inakzeptabel» und stellte seine Rechtmässigkeit infrage. Es handele sich offensichtlich um einen «politischen Streik».
Womit reagiert man deiner Meinung nach am besten auf explodierende Mieten und Wohnungsnot?
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