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Sunday, October 18, 2026

Bund weiss nicht, wo sie geblieben sind

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2200 Maghreb-Asylsuchende tauchten letztes Jahr ab

Bund weiss nicht, wo sie geblieben sind

99 Prozent der Asylsuchenden aus dem Maghreb erhalten kein Asyl. 2200 von ihnen tauchten vergangenes Jahr ab. Wo sie sind, weiss der Bund nicht. Doch Bundesrat Beat Jans möchte jetzt die Schraube anziehen.

Publiziert: vor 13 Minuten

  • Rund 2200 Maghreb-Asylsuchende tauchten im Vorjahr ab; der Bund kennt ihren Verbleib nicht
  • 80 Prozent der Maghreb-Asylsuchenden sind in Strafverfahren verwickelt; 99 Prozent ohne Chance auf Asyl
  • Der Bund strich die Maghreb-Rückkehrhilfe, Jans prüft nun ein vorgelagertes Zuständigkeitsverfahren

Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

80 Prozent der Asylsuchenden aus Marokko, Algerien oder Tunesien sind in ein Strafverfahren verwickelt. Diese Zahl hatte Blick kürzlich publik gemacht. Die Chance auf Asyl ist bei den drei Herkunftsstaaten gering. 99 Prozent der Gesuche werden abgelehnt.

Jetzt zeigt sich: Auch bei den Personen, die in der Schweiz untertauchen, sind die Herkunftsländer Marokko, Algerien und Tunesien stark vertreten. Dies schreibt die «NZZ am Sonntag». Rund 2200 Asylsuchende aus diesen Herkunftsländern tauchten im letzten Jahr ab.

Handel mit gestohlenen E-Bikes in Frankreich?

Gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagt Maghreb-Kenner Beat Stauffer (73), dass die meisten wohl ins Ausland gingen. In Belgien oder Frankreich können sie unterkommen und einfacher schwarz arbeiten. Einige würden sich auch in der Nähe zur Schweiz niederlassen. «Mit dem Handel von gestohlenen Schweizer E-Bikes kann man sich das Leben in Frankreich durchaus finanzieren», sagt Stauffer zur Zeitung. Nur die Chancenlosen würden in der Schweiz selbst untertauchen. Diese seien oft frustriert und begingen Delikte.

Rund 30’000 Personen verliessen den Asylprozess nach oder während dem Verfahren – und damit oft auch die Schweiz. Das zeigt die Asylstatistik 2025. Ungefähr 7000 reisten kontrolliert weg, bei rund 10’000 Personen hat der Bund keine Ahnung, was sie danach machten. Es könne sein, heisst es in der Asylstatistik, dass die Personen «ohne sich abzumelden in ihren Heimatstaat zurückkehren», in einen anderen Staat reisen oder «die Schweiz nicht verlassen und untertauchen».

Jans will die Schraube anziehen

Im Frühling hatte der Bund bereits die Rückkehrhilfe für Asylsuchende aus dem Maghreb abgeschafft. Sie erhalten bei einer freiwilligen Ausreise den Rückkehr-Betrag nicht mehr. Der Bund will so verhindern, dass Asylgesuche nur gestellt werden, um die Rückkehrhilfe zu kassieren.

Im Rahmen der Asylstrategie 2027 prüft Bundesrat Beat Jans (62, SP) auch, ob und wie ein sogenanntes «vorgelagertes Zuständigkeitsverfahren» eingeführt werden könnte. Vorgängig würde dann schon geprüft, ob jemand überhaupt das Anrecht auf ein Asylverfahren hat. «Macht eine Person asylfremde Motive, zum Beispiel rein wirtschaftliche, soziale oder gesundheitliche Gründe, geltend, erhält diese keinen Zugang zu den Asylstrukturen», hat der Bundesrat kürzlich in der Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament geschrieben.

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