SFV einer von vielen Verbänden – Wer hat sich bisher von Infantino abgewendet?

Die Geschichte begann Ende Juli, nur kurz nach dem WM-Final in den USA. Gianni Infantino schwebte vor, Anteile an Turnieren der Fifa an private Investoren zu verkaufen. Als die Pläne publik wurden, stand die Fussball-Welt Kopf. Die Uefa drohte etwa geschlossen mit einem Fifa-Boykott, auch innerhalb des Weltverbands kam Kritik auf. Infantino zog sein Vorhaben deshalb nur wenige Tage später zurück.
Damit war die Sache aber keineswegs abgehakt. Immer mehr Stimmen forderten den Rücktritt des Wallisers. Dieser folgte nicht. Das veranlasste einzelne Verbände wiederum dazu, Infantino die Unterstützung für die Wiederwahl im März 2027 zu entziehen.
SFV folgt anderen europäischen Verbänden
Besonders europäische Nationalverbände stellen sich gegen den 56-Jährigen. So kehrten sich etwa die nordischen Länder, Belgien oder Österreich, aber auch grosse Player wie England, Frankreich, die Niederlande und Italien vom Walliser ab. Die Schweiz folgte diesem Beispiel, wie am Mittwoch bekannt wurde. Auch der SFV will keine weitere Infantino-Amtszeit.
Spanien und Portugal – mit Marokko die Haupt-Ausrichter der nächsten WM – haben sich noch nicht öffentlich zu dieser Thematik geäussert. Deutschland hat Infantino die Unterstützung ebenfalls noch nicht formal entzogen. Der DFB weigerte sich jedoch, ein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl des Schweizers zu unterzeichnen.
Auch USA gegen Infantino
Die Kritik kommt zwar vorwiegend aus Europa, aber längst nicht ausschliesslich. Auch die USA – trotz des engen Verhältnisses zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump –, Kanada, viele Karibik-Staaten oder Neuseeland haben sich öffentlich gegen eine Wiederwahl Infantinos ausgesprochen. Die Zahl der Verbände beläuft sich auf mindestens 50.
Während der Druck auf Infantino unweigerlich wächst, geniesst er aber weiterhin auch das Vertrauen vieler Unterstützer. So steht der afrikanische Kontinentalverband etwa geschlossen hinter dem Fifa-Präsidenten, auch WM-Finalist Argentinien und Co-Gastgeber Mexiko sprachen dem Schweizer das Vertrauen aus. Der asiatische Fussballverband ist intern gespalten. Länder wie Katar, Indonesien oder Kuwait machen sich stark für Infantino, der Verband steht offiziell jedoch nicht hinter ihm.
Suche nach Gegenkandidat läuft
Für die Wahl im März 2027 gibt es noch keinen offiziellen Herausforderer Infantinos. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi, der als möglicher Gegenkandidat gehandelt wurde, sagte kürzlich ab. Bis zum 18. November können Kandidaten nominiert werden. Die Uefa-Nationen sollen mögliche Herausforderer Berichten zufolge nächste Woche diskutieren.
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