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Wednesday, October 14, 2026

Polizei verwechselt Mann (36) – und erschiesst Chihuahua Lucky

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  • In Ludwigshafen hat ein Polizist bei einer Kontrolle den Chihuahua Lucky eines 36-Jährigen erschossen.
  • Der Mann war zunächst für einen gesuchten, bewaffneten Tatverdächtigen gehalten worden, war es aber nicht.
  • Zeugen widersprechen der Polizeidarstellung, die Tierschutzorganisation Veto hat Strafanzeige erstattet.

Ein Polizeieinsatz im deutschen Ludwigshafen hat für Entsetzen gesorgt. Bei der Kontrolle eines 36-jährigen Mannes erschoss ein Beamter dessen Chihuahua Lucky. Der Hundehalter wurde zunächst für einen gesuchten Tatverdächtigen gehalten. Inzwischen steht fest, dass er mit der ursprünglichen Tat nichts zu tun hatte.

Wie die «Bild»-Zeitung vor Ort berichtet, erinnern auf dem Parkplatz in der Batschkastrasse inzwischen Blumen, Kerzen und ein Foto an den kleinen Hund. Lucky soll gerade einmal 20 Zentimeter gross gewesen sein.

Polizei suchte bewaffneten Mann

Auslöser des Einsatzes war ein Vorfall am Samstagabend. Gegen 20.20 Uhr soll ein Unbekannter einen Mitarbeiter eines Restaurants mit einer Schusswaffe bedroht haben. Anschliessend flüchtete er mit seinem Hund.

Rund 20 Minuten später trafen Polizisten auf einem unbeleuchteten Parkplatz einen 36-Jährigen mit seinem Chihuahua. Weil die Beamten nach einem möglicherweise bewaffneten Mann suchten, wollten sie ihn unter Vorhalt ihrer Dienstwaffen kontrollieren.

Dabei gab ein Polizist einen Schuss ab und traf den kleinen Lucky. Der verletzte Hund wurde zu einem Tierarzt gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

«Sie haben meinen Hund erschossen»

Für den Hundehalter brach laut Augenzeugen eine Welt zusammen. Wie «Bild» berichtet, soll er sich erst gewehrt haben, als ein Beamter seine Waffe auf den Chihuahua richtete. Dem 36-Jährigen seien Handschellen angelegt worden. Dabei soll er unter Tränen gerufen haben: «Sie haben meinen Hund erschossen.»

Inzwischen bestätigte die Polizei, dass der Mann nicht der ursprünglich gesuchte Verdächtige war.

Zeugen widersprechen erster Polizeidarstellung

In einer ersten Polizeimeldung war von einem stark alkoholisierten Tatverdächtigen und einem nicht angeleinten Hund die Rede, der sich auf die Einsatzkräfte zubewegt habe.

Augenzeugen widersprechen dieser Darstellung. Lucky sei angeleint gewesen und sein Besitzer nicht alkoholisiert gewesen. Wie genau es zur Schussabgabe kam, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

«Wie kann man auf einen Chihuahua schiessen?»

In der Nachbarschaft sorgt Luckys Tod für grosse Bestürzung. Freunde und Anwohner haben am Ort des Geschehens eine kleine Gedenkstätte eingerichtet. «Wie kann man auf einen kleinen Chihuahua schiessen? Der war der liebste Hund, den man sich vorstellen kann», sagt eine Frau gegenüber der «Bild».

Die Tierschutzorganisation Veto hat inzwischen Strafanzeige wegen eines mutmasslichen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Freunde sammeln zudem Spenden, um die Anwaltskosten des Hundehalters zu finanzieren.

Polizei bedauert Tod des Hundes

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz und der betroffene Beamte bedauern nach eigenen Angaben den Tod von Lucky und die Folgen für seinen Besitzer.

Die Behörde kündigte eine umfassende Aufklärung an. Nach Abschluss der Ermittlungen soll der Fall der unabhängigen Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung vorgelegt werden.

Gleichzeitig reagiert die Polizei auf zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien. Sachliche Kritik sei selbstverständlich erlaubt. Beleidigungen und Hetze gegen den beteiligten Beamten oder die Polizei werde man jedoch nicht akzeptieren.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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