515 Seiten über einen Kunden: So viele Daten sammelt McDonald’s

- Die McDonald’s-App sammelt umfangreiche Daten über ihre Nutzerinnen und Nutzer, wie ein Test des US-Journalisten Reece Rogers zeigt.
- Rogers forderte seine Daten an und erhielt ein Dossier mit Kaufhistorie, Essgewohnheiten und Ausgabenprognosen.
- McDonald’s Schweiz betont, die Daten verantwortungsvoll zu nutzen und die geltenden Datenschutzbestimmungen einzuhalten.
Whatsapp, Instagram, ChatGPT: Bei so ziemlich jedem Dienst sammeln Konzerne deine Daten. Wie viel die Unternehmen über ihre Kundinnen und Kunden wissen, zeigt sich am Beispiel der McDonald’s-App.
Mit der App lassen sich Punkte für Gratisprodukte sammeln, Coupons einlösen und Essen online bestellen. Doch im Hintergrund läuft eine umfangreiche Datensammlung, wie der US-Journalist Reece Rogers vom Tech-Magazin «Wired» aufzeigt.
Rogers forderte vom Fast-Food-Riesen seine Daten an und bezog sich auf seine Datenschutzrechte als Einwohner des Staates Kalifornien. Auch die Schweizer Bevölkerung kann gemäss dem Datenschutzgesetz eine solche Herausgabe verlangen.
Er trinkt am liebsten eine grosse Cola Light
Der US-Journalist erhielt 515 Seiten Daten. Der Burgerbrater erstellte ein Profil von ihm mit Informationen darüber, wann er was in welcher Filiale gekauft hat, wie Rogers schreibt. McDonald’s habe seine Ess- und Trinkgewohnheiten aufgelistet. So trinke er am liebsten eine grosse Cola Light.
Der Konzern erstellte sogar Prognosen, wann er wieder etwas bestellen könnte: So sollte er gemäss dem Algorithmus in den nächsten sechs Wochen mindestens zweimal in einen McDonald’s gehen und dabei pro Besuch 13,49 US-Dollar ausgeben. Dazu berechnete das Unternehmen auch die Gefahr, dass es Rogers als Kunden verliert.
Das sagt McDonald’s
In dem Bericht versichert McDonald’s, den Datenschutz und die Datensicherheit seiner Kundinnen und Kunden ernst zu nehmen. Auch McDonald’s-Schweiz-Sprecher Alberto Picece spricht von einem verantwortungsvollen Umgang mit den Daten. Das Unternehmen halte sich an die geltenden Datenschutzbestimmungen.
Die Burger-Kette nutze die Daten, um die Vorlieben der Gäste besser zu verstehen und grössere Gruppen mit ähnlichen Interessen oder Verhaltensweisen zu erkennen. McDonald’s wolle möglichst passende und relevante Inhalte anbieten – und nicht allen dieselben Informationen zeigen.
McDonald’s versuche dabei nicht vorherzusagen, wie viel eine bestimmte Person künftig in unseren Restaurants ausgeben wird. Das Unternehmen kann die Daten gemäss den Datenrichtlinien mit der US-Muttergesellschaft und auch an Lieferanten und andere Unternehmen weltweit teilen.
Wie denkst du über die Datensammlung durch Apps wie die von McDonald’s?
McDonald’s erhalte vereinzelt Anfragen zur Löschung von Konten und eine geringe Anzahl von Auskunftsbegehren. Auch für Kunden aus der Schweiz gelte bei Datenauskunftsanfragen der weltweit standardisierte Prozess von McDonald’s.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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