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Thursday, September 10, 2026

Klinische Studien – Neue Medikamente werden vermehrt in Asien getestet

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Was ist klinische Forschung? Neue Medikamente, Impfstoffe oder Therapien müssen unter anderem sicher und wirksam sein, bevor sie die Zulassung zum Markt erhalten. Dies wird in klinischen Studien getestet. Jeweils in verschiedenen Phasen, zuletzt auch an Menschen. Das passiert oft in Zusammenarbeit von Pharmafirmen mit Spitälern. «Ohne klinische Forschung gibt es keine neuen Medikamente», sagt Sacha Rothschild, Chef-Onkologe am Kantonsspital Baden.

Wo findet diese klinische Forschung statt? In Europa werden immer noch am meisten Studien durchgeführt, die von der Pharma finanziert werden. Der Anteil ist aber in den letzten sechs Jahren gesunken, in Westeuropa um 17 Prozent. Dafür wird vermehrt in Asien geforscht. Der Anteil an pharmafinanzierten Studien weltweit hat sich zwischen 2019 und 2025 fast verdoppelt. Die Zahl der Arzneimittelstudien in der Schweiz hat in den letzten Jahren stagniert.

Die Schweiz ist klein und medizinisch gut versorgt, deshalb ist es schwierig, die benötigte Anzahl Patientinnen und Patienten in der nötigen Frist zu rekrutieren.

Was sind die Gründe für die Verschiebung? Die sind vielfältig. «Die Schweiz ist klein und medizinisch gut versorgt, deshalb ist es schwierig, die benötigte Anzahl Patientinnen und Patienten in der nötigen Frist zu rekrutieren», sagt Giovan Maria Zanini, Präsident der Ethikkommissionen, die Forschungsgesuche prüfen. Der Anreiz an einer Studie mitzumachen, sei viel höher in Ländern mit weniger gut entwickelten Gesundheitswesen. Andere Expertinnen nennen die hohen Kosten für Studien hierzulande, deshalb würden Pharmafirmen ausweichen. Pharmafirmen und Ärzte wiederum finden, das Bewilligungsverfahren sei in der Schweiz kompliziert und langsam.

Wie funktioniert das Bewilligungsverfahren in der Schweiz? Studien mit Menschen müssen in der Schweiz in jedem Fall von einer Ethikkommission bewilligt werden. Sie prüfen beispielsweise, ob das Projekt die Würde des Menschen wahrt, und sie sind für die Sicherheit und das Wohlergehen der Patienten zuständig. Es gibt sieben Kommissionen, die jeweils je nach Region für Spitäler zuständig sind. Medikamentenstudien brauchen zudem eine Bewilligung der Arzneimittelbehörde Swissmedic.

Die klinische Forschung ermöglicht es, dass Patienten überhaupt an neue Therapien gelangen.

Welche Anpassungen sind geplant? Unter der Ägide des Bundesamt für Gesundheit läuft derzeit eine Gesetzesrevision. In einer Arbeitsgruppe werden mehrere Vorschläge geprüft. Die zuständige Leiterin für Biomedizin, Brigitte Meier sagt: «In der Schweiz haben wir sieben Ethikkommissionen. Und wenn eine Studie in der Schweiz an mehreren Orten durchgeführt wird, sind verschiedene Ethikkommissionen beteiligt. Künftig soll nur noch eine Kommission für die ganzen Studien in der gesamten Schweiz zuständig sein und Bewilligungen erteilen.» Auch eine einzige Anlaufstelle für Gesuchstellende sei in Prüfung. Zudem will das BAG bei der Digitalisierung vorwärts machen und Wege entwickeln, Studien bei Patientinnen und Patienten bekannt zu machen.

Was sind die Folgen der Verschiebung? «Die klinische Forschung ermöglicht es, dass Patienten überhaupt an neue Therapien gelangen», sagt Onkologe Rothschild. Das sei am einfachsten, wenn sie vor Ort passiere. Zudem könne man Studien mit Patientinnen und Patienten aus Asien nicht einfach eins zu eins auf Europa übertragen. «Es gibt Medikamente, die in asiatischen Populationen anders wirken, weil der genetische Hintergrund ein anderer ist.»

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