Kiefer von Gegner gebrochen: Judoka fühlte sich in Ehre verletzt

- Der georgische Judoka Akaki Japaridze hat sich erstmals zur Prügel-Attacke auf seinen deutschen Gegner Timo Cavelius geäussert.
- Japaridze bestreitet, aus Frust über seine Niederlage gehandelt zu haben, und verweist auf angeblich «ehrverletzende» Gesten von Cavelius.
- Cavelius erlitt einen Kieferbruch, wurde operiert und verpasst die Judo-WM vom 4. bis 11. Oktober in Baku.
Nach der heftigen Attacke auf Timo Cavelius bei einem Judo-Kampf hat sich Akaki Japaridze erstmals ausführlich geäussert. «Jede Form von physischer Aggression im Sport ist inakzeptabel. Ich entziehe mich nicht der Verantwortung für das Geschehene», schrieb der 24-Jährige auf Instagram.
Japaridze hatte nach seinem verlorenen Kampf plötzlich auf Cavelius eingeschlagen. Der 29-jährige Deutsche erlitt einen Kieferbruch, wurde in der Leipziger Universitätsklinik operiert und bekam drei Platten eingesetzt. Der Georgier bestreitet, dass seine Attacke mit der Niederlage zusammenhing. Als Grund nennt er «ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten». Dieses sei «in erster Linie inakzeptabel für mich als Georgier und als Mann».
Keine Provokation im Jubel?
Japaridze veröffentlichte dazu Aufnahmen der beiden Kämpfe. Nach dem zweiten Duell, das Cavelius gewann, ist zu sehen, wie der Deutsche mit geballter Faust in Richtung seines Teams und auch Japaridzes jubelt. Kurz darauf kommt es zur Attacke.
Cavelius weist die Darstellung seines Gegners zurück. Der Jubel habe seinem Team gegolten. «Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen», erklärte er gegenüber der dpa.
Für den Deutschen hat der Vorfall sportliche Folgen. Zehn bis zwölf Wochen muss er laut eigenen Angaben warten, bis er wieder kämpfen kann. Die Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku verpasst er damit. «Ich bin auf dem Weg der Genesung», teilt er jedoch mit.
Sven Forster (fss) arbeitet seit 2018 für 20 Minuten. Er ist seit Anfang 2024 als Blattmacher im Einsatz. Dazu leitet er seit September 2024 das Sportressort.
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