Frühgeburt über den Wolken nimmt dank Helfern ein Happy End

- Auf einem Vietnam-Airlines-Flug von Kopenhagen nach Ho Chi Minh City kam ein Baby bereits in der 30. Schwangerschaftswoche zur Welt.
- Vier Ärzte und eine Pflegekraft halfen bei der Geburt und mussten improvisieren – das Frühgeborene wog nur 1,3 Kilogramm.
- Die Boeing landete ausserplanmässig in Myanmar, wo Mutter und Kind ins Spital gebracht wurden. Beide waren wohlauf.
Es war ein ungewöhnlicher Start ins Leben: Auf einem Vietnam-Airlines-Flug von Kopenhagen nach Ho Chi Minh City (Vietnam) wollte ein Baby am 6. September nicht länger warten. In der 30. Schwangerschaftswoche kam es an Bord einer Boeing 787-9 zur Welt – mehr als zwei Stunden vor dem eigentlichen Ziel.
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Die rund 25-jährige Vietnamesin habe zunächst Symptome gezeigt, die an eine Panikattacke erinnerten, berichtete der Arzt Ho Khanh Thanh, der zufällig an Bord war, gegenüber vietnamesischen Zeitungen. Bei der Untersuchung wurde jedoch schnell klar, dass es ernst war: Die Fruchtblase war bereits geplatzt und er konnte den Kopf des Babys ertasten. Sofortiges Handeln war nötig.
Keiner der Ärzte war Geburtshelfer
Glücklicherweise war Thanh nicht der einzige Mediziner an Bord. Insgesamt kümmerten sich vier Ärzte und eine Pflegekraft um die werdende Mutter. Niemand von ihnen war auf Geburtshilfe spezialisiert. Die Crew brachte die Frau in die geräumigere Business Class. Dank ihrer Sprachkenntnisse konnte die Mutter zudem zwischen den Helfenden übersetzen und so die Kommunikation erleichtern.
Nur sechs bis sieben Minuten später war das Baby da. Das Frühgeborene wog gerade einmal 1,3 Kilogramm, schrie und atmete selbstständig. Weil an Bord die medizinische Ausrüstung eines Spitals fehlte, musste das Team improvisieren: Um das Baby warmzuhalten, legten die Helfer es direkt auf die Brust der Mutter. Zum Abbinden der Nabelschnur verwendeten sie Bänder von noch steril verpackten Masken.
Crew entscheidet sich für Zwischenlandung
Obwohl Mutter und Kind zunächst stabil waren, wollten die Helfer mit dem Frühgeborenen nicht noch mehr als zwei Stunden bis Ho Chi Minh City weiterfliegen. Als mögliche Zwischenstopps wurden Bangkok (Thailand) und Yangon (Myanmar) geprüft. Bangkok war rund eine Stunde und 20 Minuten entfernt, Yangon dagegen nur etwa 20 Minuten. Nachdem die Landeerlaubnis erteilt worden war, entschied sich die Crew für Myanmar.
Mutter und Kind wurden nach der Landung direkt in ein Spital gebracht. Nach Angaben von Vietnam Airlines waren beide wohlauf. Die übrigen Passagiere blieben an Bord. Nach dem Auftanken setzte die Maschine ihren Flug nach Vietnam fort.
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